Herzlich Willkommen!
Diese Liste mit „Büchern rund um PDA“ und jeweiligen kurzen Rezensionen soll Eltern und Fachpersonen, sowie Jugendlichen und Erwachsenen dabei helfen, passende Literatur für den (Familien-)Alltag, die Schule oder die Praxis zu finden. Die Rezensionen, geschrieben aus der „PDA-Perspektive“, beschreiben Inhalt und Art der Bücher und enthalten gelegentlich persönliche Empfehlungen oder Kritik. Diese Bewertungen spiegeln ausschließlich meine eigene Meinung als Gast-Rezensentin für Brains in Mind wider. Kritik an einzelnen Aspekten bedeutet nicht, dass ein Buch insgesamt nicht wertvoll sein kann.
Ich wünsche euch eine spannende und bereichernde Lektüre!
Elke van Benthum

Die Liste wird laufend ergänzt. Hinweise auf fehlende Titel, Neuerscheinungen, Ergänzungen oder konstruktive Rückmeldungen sind herzlich willkommen. Dafür könnt ihr das anonyme Formular nutzen; wenn ihr eine Antwort möchtet, gebt bitte eure E-Mail-Adresse im Text an. 👉 Zum Formular
Leah Kern: Die Pao-Kraft. PDA kindgerecht erklärt. BoD Books on Demand 2025.
38 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre

Das Wunderbare an diesem Buch gleich vorweg: „Die Pao-Kraft [PDA] ist kein Störfaktor – sie ist ein innerer Schutzmechanismus.“ Das steht im kurzen Vorwort, und das sieht man in diesem schönen Bilderbuch anhand verschiedener Situationen, die der kleine Panda Pao erlebt: beim Essen, als Pao wütend wird weil er Gemüse essen soll und die Pao-Kraft ihm sagt, dass er einfach selbst aussuchen will – dann kann es sogar auch mal Gemüse sein. Weitere Situationen sind das Zähneputzen, das Spielen mit seiner Cousine, das Rausgehen wenn Mama sagt sie seien zu spät dran, oder das Türme-Bauen im Kindergarten. Die Pao-Kraft zeigt Pao, dass er Zeit, Ruhe und Sicherheit braucht, und sie schützt ihn vor Überforderung. So werden Wutanfälle, Tränen, Blockaden und Verweigerungen zu nötigen Schutzmechanismen, und mit diesem Buch wird das bereits den Allerkleinsten auf sehr schöne Weise vermittelt. Gleichzeitig werden auch Strategien beschrieben, wie Pao und seine Eltern, Begleiter:innen und Freund:innen handeln können, damit es nicht immer zu Überforderung kommen muss.
Andrea Bauer & Mathew Waterstradt: Zeig deine Farben, strahlender Schmetterling. Eine Geschichte über Ari, Masking und bunte Mut-Momente. Selbstverlag 2025.
38 Seiten, Fester Einband.
Zu Autismus (inkl. PDA)
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre
Thema Masking

Dieses wunderschön gemachte Buch (fester Einband, Fadenheftung, handgemachte Illustrationen) handelt von Ari, einem autistischen Schulmädchen. Sie liebt Schmetterlinge, weiß alles über sie, und weil sie ganz viel Fantasie und Gedanken im Kopf hat, werden diese Flatterfreunde genannt. Sie hat außerdem weitere – sehr schön benannte – Merkmale wie Wirbelhände und Zappelzehen, eine außergewöhnliche Wahrnehmung von Details und Mustern, eine besondere sensorische Sensibilität, sowie eine Vorliebe für Routinen. Doch sie sieht, das die anderen in ihrer Klasse nicht so sind wie sie, und sie möchte „dazugehören und alles richtig machen“, weshalb sie sich alles einprägt und sich dann genau so verhält wie die anderen Kinder – sie maskiert. Das fühlt sich jedoch innerlich schwer an, und so vertraut sie sich eines Abends ihrer Mutter an. Daraufhin finden die Mutter und Aris Lehrerin Lösungen für Ari (z.B. ein schöner Rückzugsort in der Schule), so dass sie nicht mehr maskieren muss. Sie lernt auch, auszudrücken, wie es ihr geht und merkt, dass alle das respektieren und sie auch so dazugehört.
Das Buch eignet sich sehr gut für alle neurodivergenten Kinder, die maskieren, also auch für Kinder mit PDA-Verhalten. Es gibt im Buch auch Platz für eigene Notizen der Kinder zu „Was du und deine Eltern gemeinsam herausfinden könnt“ und „Was wünsche ich mir, damit ich mich in der Schule oder Kita wohler fühle?“ – so kann es ein ganz eigenes, individuelles Buch für jedes Kind werden. Sehr zu empfehlen für alle, die ihre maskierenden Kinder dafür sensibilisieren wollen, dass sie sein dürfen, wie sie sind.
Sarah Meiners: Maja und ihre fantastische Welt. Illustriert von Mona Braun. epubli 2025.
28 Seiten
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre

Dieses kleine Büchlein erzählt die Geschichte der wunderbaren, fantasievollen Maja, einem Kindergartenkind mit PDA. Es wird beschrieben, wie unverstanden Maja sich fühlt: ihre Eltern denken sie wird wütend, doch eigentlich ist sie traurig und hat Angst, oder: ihre Mutter denkt, Maja ärgert sie absichtlich, doch Maja hält es einfach nicht aus, dass ihre Mutter nicht merkt, dass sie am Morgen Zeit braucht und nicht angesprochen werden will. Aus der Außenperspektive können die Leser:innen, die viele dieser Situationen kennen, nachverfolgen, warum Maja Sachen macht, wegen denen die Eltern oder die Erzieherin im Kindergarten mit ihr schimpfen. Als bei einer Diagnostik klar wird, dass Maja „PDA-Autistin“ ist, wird vieles besser, weil die Erwachsenen sie nun besser verstehen. Die Geschichte gibt Kindern eine Sprache, mit der sie ihre Gefühle einordnen und ausdrücken können, und sie beschreibt, was sehr viele Familien mitgemacht haben.
Sarah Meiners: Maja in der Schule. Illustriert von Mona Braun. epubli 2025.
40 Seiten
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre

In dieser Fortsetzung der Geschichte aus „Maja und ihre fantastische Welt“ kommt Maja in die Schule. Es ist inzwischen bekannt, dass sie „PDA-Autistin“ ist, und so verstehen die Eltern sie nun besser und reagieren in vielen Situationen angemessen. Sie lassen sie im Schlafanzug in die Schule gehen, finden mit Hilfe eines Stofftiers heraus, was Maja bedrückt und schimpfen nicht mit ihr, als sie in der Schule aggressiv wird, weil ihr einfach alles viel zu viel wird. Auch in diesem Buch können die Leser:innen viele Situationen nachverfolgen, die erklären, wie ein Kind mit PDA, das wütend oder unartig wirkt, so reagiert wie es reagiert. Es wird beschrieben, was Maja in schwierigen Situationen hilft und wie Erwachsene erkennen können, was sie braucht. Den Schluss bilden ein paar schöne Seiten, in denen Maja sich direkt an das lesende Kind mit PDA wendet und zur Interaktion einlädt.
Jana Spengler: Pina Pandamaus. Ein kleines Mädchen im PDA-Profil nimmt dich mit in ihren Alltag. Selbstverlag 2026.
152 Seiten
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre

Pina ist sieben Jahre alt, doch dieses Buch ist eher für ältere Kinder, da es trotz der kindlichen Sicht relativ komplex ist. Jana Spengler (panda_im_kopf) lässt Pina ihren Alltags aus der Ich-Perspektive beschrieben und dem:der Leser:in genau erklären, was sie in diversen Situationen fühlt und wie man ihr helfen kann, ihr Nervensystem stabil zu halten. Die Überschriften in der Geschichte verdeutlichen dabei, um welche Phänomene es sich handelt: „Übergänge“, „Equalizing“, „Regulation“, etc. Für ein älteres Kind, das sich für seine Neurodivergenz interessiert, kann dies eine sehr interessante Lektüre sein, weil es bestimmt sehr viele dieser Situationen schon erlebt hat und die Gefühle kennt. Pina kann dabei helfen, diese Gefühle einzuordnen und eine Sprache dafür zu finden.
Shade B. Mallory (Hg.): Rebel Girls feiern Neurodiversität. 25 Geschichten kreativer Denkerinnen. Rebel Girls Inc. 2025.
64 Seiten
Zu Neurodiversität
Biografische Geschichten
9-12 Jahre

In der wunderbaren Serie „Rebel Girls“ ist dieses Büchlein erschienen, in dem 25 neurodivergente Frauen vorgestellt werden, die ihre Neurodivergenz feiern und Positives darin sehen. Auch die Schwierigkeiten werden nicht verheimlicht, doch jede Geschichte erzählt von einem positiven Lebenslauf und von dem, was diese Frauen alles geschafft haben. Die dargestellten Neurodivergenzen sind Autismus, Lese- und Rechtschreibschwäche, ADHS, Down Syndrom, Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, Tourette, bipolare Störung, schizoaffektive Störung und Dyspraxie. Das PDA-Profil kommt zwar nicht vor, aber da dieses immer (diverse) Neurodivergenzen im Hintergrund hat, werden sich auch Kinder und Teenager mit PDA mit diesen Frauen identifizieren können – die Geschichten erzählen am Ende einfach, wie man es in einer Welt, die für Neurotypische gemacht ist, schaffen kann, sich selbst zu bleiben und mit seinen Eigenheiten glücklich zu werden.
Das Buch enthält zudem den QR-Code zur Website von „Rebel Girls“, wo man 450 Erzählungen von tollen Frauen lesen und auch hören kann.
Anna Mendel: Momo ist das alles viel zu viel. Illustriert von Jasmin Sturm. Brimborium 2025.
24 Seiten, Pappband
Zu Autismus
Vorlesebuch
5-8 Jahre
Thema Overload

Die autistische Momo spürt in diesem schönen Buch in den verschiedensten Situationen, wie sie überfordert ist und ihr alles „viel zu viel“ wird. Kleine Kinder, denen es auch so geht, erleben auf diese Weise, dass auch andere Kinder empfinden wie sie und bekommen Worte für ihre Gefühle. Dabei werden diverse Aspekte eines Overloads beschrieben, die auch bei vielen Kindern mit PDA eine große Rolle spielen: Lärmempfindlichkeit (im Kindergarten ist es viel zu laut), Mühe bei Veränderungen (in den Ferien ist alles anders), Sensorische Empfindlichkeiten (die neue Mütze kratzt und Mama riecht wegen eines Besuchs nach jemand anderem) oder Kontrollverlust (der Schnupfen soll weggehen, damit Momo schlafen kann). Nach Momos Geschichte werden die Kinder direkt angesprochen und es wird ihnen mit Fragen und altersgerechten Beschreibungen erklärt, was Autismus und Overload bedeuten und warum Momo sich so fühlt und verhält. Auch die Eltern bekommen am Ende Erklärungen und Tipps zu diesem Thema.
Anja Freudinger: Mein großer Bruder Matti. Kindern ADHS erklären. Balance buch + medien Verlag 2024.
28 Seiten, Fester Einband
Zu ADHS
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre
Für Geschwister
Thema Wut

Julius liebt und bewundert seinen großen Bruder Matti, der sich alles traut, supercoole Einfälle hat und stark ist. Doch manchmal schreit ihn Matti auch an, beschimpft ihn und verletzt ihn sehr mit seinen Worten. Julius versteht das nicht und merkt, dass auch die Mutter der beiden traurig ist darüber. Doch eines weiß sie: Matti meint das nicht so und tut es nicht mit Absicht. Er steht unter viel Stress; in der Schule kann die Lehrerin nicht mit dem wilden Matti umgehen und maßregelt ihn ständig, und er zweifelt sehr an sich, weil er einfach nicht lernen kann und immer abgelenkt ist. Als bei ihm ADHS diagnostiziert wird, wird allen Familienmitgliedern vieles klarer. Julius beschreibt auf kindgerechte Weise, was ADHS ist und was die Familie machen kann, um Matti zu helfen. Da Kinder mit PDA immer neurodivergent sind und sehr oft ADHS haben (und oft auch gleichzeitig autistisch sind), kann dieses Buch auch für Kinder mit PDA sehr hilfreich sein. Es erklärt die explosive Seite von Kindern mit PDA, und besonders schön ist, dass aus der Perspektive des Bruders erzählt wird.
Saskia Niechzial & Lara Hacker: Wilma Wolkenkopf. Jupitermond. 6. Aufl. 2025.
33 Seiten, Fester Einband
Zu ADHS
Vorlesebuch
5-8 Jahre
Thema Konzentration
Thema Therapie

Wilma Wolkenkopf ist ein wunderschön von Lara Hacker bebildertes Kinderbuch mit der Geschichte von Wilma, erzählt in Reimen von der Grundschullehrerin und Content-Creatorin Saskia Niechzial. In Wilmas Kopf sieht es oft „wuslig“ aus, sie lässt sich schnell ablenken, vergisst vieles, hat kein Zeitgefühl und wirkt schusselig. Doch die Geschichte wird nicht mit diesen defizitären Begriffen erzählt, sondern es werden die lustigen und erstaunlichen Gedanken beschrieben, die in ihrem Kopf herumschwirren, es wird der spannende Schulweg beschrieben, den Wilma genau betrachtet und deshalb „fast“ nicht zu spät kommt, es wird erzählt, wie ihre Freunde ihr helfen, als sie ihren Schulranzen verloren hat, während dieser sich auf ihrem Rücken befindet, und welche schönen und spannenden Sachen sie draußen alles beobachtet, während die Lehrerin etwas erklärt. Doch es wird auch erzählt, wie ihr nach so einem äußerlich und innerlich ereignisvollen Tag alles zu viel wird, sie die Musikstunde nicht mehr aushält und nach draußen stürmt. Die Erwachsenen reagieren alle mit viel Verständnis, und ganz besonders an diesem Buch ist, dass Wilmas Besuch bei einer Therapeuten erzählt wird. Sie kann ihr erzählen, wie sie sich fühlt und dass sie sich manchmal wünscht, ihr würden Sachen leichter fallen, woraufhin die Therapeutin ihr versichert, dass sie „genau richtig“ ist.
Chris Gust und Matthias Derenbach: Levi. So fühlt sich die Welt für mich an. mgvVerlag 2026.
32 Seiten, Fester Einband
Zu Hochsensibilität
Vorlesebuch
5-8 Jahre

Levi geht in die Vorschulgruppe des Kindergartens. Als er einmal ausgelacht wird, weil er wegen einem lauten Geräusch erschrickt, hat seine Mutter eine Idee und organisiert zusammen mit dem Erzieher eine besondere Überraschung für Levi, aber auch für die anderen Kinder. Einen Tag lang dürfen alle Kinder ganz verschiedene Sinneseindrücke erleben; Materialien anfassen, die manche eklig finden, laute Geräusche hören während sie etwas aufschreiben müssen, grelles Licht, während sie etwas ausmalen müssen. Die Kinder finden das nicht angenehm und finden Lösungen wie Kopfhörer und Sonnenbrillen, und sich wieder wohl zu fühlen. Danach erzählt der Erzieher ihnen, dass für verschiedene Kinder verschiedene Sachen zu laut, grell oder eklig sind, und nachdem sie es selbst erfahren haben, verstehen die Kinder Levi nun besser. Eine sehr schöne Geschichte, die auch für kleine Kinder mit PDA hilfreich sein kann, denn alle neurodivergenten Kinder reagieren sensibler auf Umweltreize als andere Kinder.
Sven Gerhardt & Nikolai Renger: Anders? Genau richtig. Penguin Junior 2025.
14 Seiten, Pappband
Zum Anders-Sein
Vorlesebuch
5-8 Jahre

Dieses Buch eignet sich bereits für die Allerkleinsten, um die lustigen Bilder anzuschauen. Sobald die Kleinen das Konzept „anders“ verstehen, lernen sie beim Zuhören und mitmachen – sie müssen/dürfen zeigen, welche der jeweiligen Tiere anders sind als die anderen -, dass „Anders-Sein“ etwas ganz normales, positives ist, und dass alle zusammen, die „üblichen“ und die „anderen“, ganz normal zusammen sind, Spaß haben und es miteinander schön haben, ohne dass irgend eine Wertigkeit mit dem einen oder anderen Konzept verbunden wird – so z.B. „die Zebras haben Streifen, doch drei davon haben Punkte; entdeckst du sie?“ So lernen die Kleinen bereits hier, was später gerade für neurodivergente Kinder so enorm wichtig ist: dass Anders-Sein auch normal ist und dazugehört.
Glòria Durà-Vilà: The Panda on PDA. A Children’s Introduction to Pathological Demand Avoidance. Illustrated by Rebecca Tatternorth. Hachette Children’s Book 2020.
40 Seiten
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre

In diesem schönen Kinderbuch werden Bären als die autistische Familie des Tierreichs vorgestellt, um dann die Pandas als Zugehörige einer ganz besonderen Form von Autismus darzustellen: PDA-Autismus. Es ist also von Vorteil, wenn das Kind schon etwas über Autismus weiß, bevor man ihm dieses Buch vorliest. Sehr schön an diesem Buch ist, wie die Kinder ein sehr positives Bild von sich bekommen können, indem die Pandas beschreiben, wie toll es ist, dass die wundervollen Kinder mit PDA-Autismus die gleichen Eigenheiten haben wie die Pandas, und sich sogar nach ihnen nennen. Das Buch lädt die Kinder zu vielen interaktiven Aktionen ein: man kann ein Bild von sich selbst malen oder hineinkleben auf der Seite, wo die Autorin und Illustratorin ihr Bild zeigen, man kann seine eigenen Eigenschaften hineinschreiben neben den Eigenschaften, die der Panda, der die Geschichte erzählt, über sich aufschreibt, etc. Der Panda erklärt, wie er sich fühlt, warum es sich so fühlt, und wie man ihm helfen kann, wenn er z.B. wütend wird. Ein sehr schönes Buch für kleine Pandas, um ein Vokabular und Erklärungen für ihre Eigenheiten und Gefühle zu kommen und sich zugehörig zu fühlen.
Caryn Price: Olive’s Day. Understanding and Navigating PDA. Illustrated by Georgina Benger. Scholastic Publisher 2025.
36 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre

Die kleine Olive erzählt in diesem schön illustrierten kleinen Kinderbuch über sich selber und beginnt damit, dass sie ein glückliches Kind sei, einzigartig und besonders – dass ihre Eigenheiten ihr das Leben aber manchmal auch ein bisschen schwer machen. Daraufhin erklärt sie, dass sie PDA habe, und Bilder von bestimmten Situationen zeigen, was das bedeutet – Anforderungsverweigerung wenn Freund:innen sagen „Lasst uns Verstecken spielen!“, wenn ihre Mutter will, dass sie morgens aufsteht, wenn die Lehrerin will, dass sie die Aufgabe auf eine bestimmte Weise löst; Reizüberflutung in der Schule; Panikgefühle, als eine Ersatzlehrerin kommt, und Überforderung, wenn sie nach einem Schultag nach Hause kommt und auch noch Fragen gestellt werden zuhause. Gleichzeitig wird bei jeder schwierigen Situation beschrieben, was das Umfeld tut , um es Olive in diesen Situationen leichter zu machen; Humor, Rollenspiel, Rückzugsorte, nicht auf die Anforderung bestehen, Karten mit Erklärungen, was Olive gerade braucht, Aufforderungen zum Spielen anders formulieren, Ruhe geben, Wahlmöglichkeiten lassen…. Das Buch erklärt kindgerecht und in nachvollziehbaren Alltagssituationen, was PDA ist und wie es einem Kind mit PDA gut gehen kann.
Kay Al Ghani: Super Shamlal. Living and Learning with Pathological Demand Avoidance. Illustrated by Haitham Al-Ghani. Jessica Kingsley Publishers 2019.
72 Seiten. Fester Einband.
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre

In diesem sehr schön gemachten und illustrierten Kinderbuch erzählt das kleine Kamel Shamlal von seinem Leben. Wie es als kleines Kamel süß gefunden wird, die anderen es aber dann ausgelacht haben, als es immer öfters „mürrisch“ und „dickköpfig“ ist. Wie es am Morgen nicht aushält, dass die Mutter es zum Frühstück ruft und Ausreden sucht, und wie sein Vater daraufhin wütend wird. Wie die Erwachsenen ihn immer zurechtweisen und auch seine Freund:innen manchmal nicht wissen, wie sie auf seine Eigenheiten reagieren sollen, und alle Shamlal „schwierig“ finden. Schließlich erfahren die Eltern von einer Ärztin, dass Shamlal PDA hat. Ab da wissen alle, wie sie mit dem kleinen Kamel umgehen müssen, damit Shamlal sich sicher fühlt. Eine sehr schöne Geschichte, mit der sich sicher viele Kinder mit PDA identifizieren können.
Caitlin Downie: Autonomous Otto. Illustrated by Funti. Independently Published 2025.
34 Seiten
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre

In diesem reich bebilderten Kinderbuch wird der Grundschuljunge Otto (ca. 8 Jahre alt) dargestellt – zuerst werden die tollen Seiten seines besonderen Gehirns geschildert (Ideenreichtum, Gerechtigkeitssinn, starke Sinneswahrnehmungen), und danach die Bedürfnisse, die er hat (Autonomie, Schutz vor zu vielen Eindrücken) sowie die Reaktionen, die er zeigt (Freeze, Fight, Flight), erklärt. Danach folgen wir ihm einen Tag lang: in der Schule hat er Mühe mit all den Anforderungen, versucht so gut es geht zu maskieren, damit man ihm seine Überforderung nicht anmerkt und flippt dann zuhause bei seiner Mutter aus – schön, wie hier beschrieben wird, dass die Mutter versteht, dass der Schultag einfach zu viel war für Otto und sie ihm Zeit und Raum geben muss. In seinem Zimmer hat Otto allerlei Hilfsmittel, die ihm helfen, sich zu beruhigen, und danach kann er ruhig zu seiner Mutter hinuntergehen („No need to apologize, no shame to feel, Mom understood him, and she helped him deal“). Abschließend werden Situationen zuhause und auch in der Schule dargestellt, die zeigen, wie man richtig mit einem Kind mit PDA umgehen soll. Ein sehr hilfreiches Buch v.a. für externalisierende Kinder mit PDA.
Rachel Jackson: It’s a PanDa thing! A visit to my world of Pathological Demand Avoidance. Illustrated by Zeke Clough. Changing Things Publishing 2019.
38 Seiten
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre

Dieses kleine Büchlein folgt einem ca. 8-9jährigen Jungen, der aus seiner Sicht erzählt, wie er zuerst die Diagnose Autismus und dann den Zusatz PDA bekam – eigentlich egal, meint er. Aber er beschreibt dann weiter, dass man ihm erklärt habe, was Autismus ist und wie unterschiedlich Autist:innen sind, und was PDA eigentlich ist. Auf diese Weise wird auch den Leser:innen genau dies auf kindgerechte Weise in wenigen, aber treffenden Worten erzählt, aus der Sicht des Jungen als Ich-Erzähler, und immer illustriert mit anschaulichen Bildern: dass er eigentlich so sei wie andere Kinder, einfach mit einigen Eigenheiten, die zu den Freeze-, Flight- oder Fight-Reaktionen führen, ihn manchmal gemeine Sachen sagen oder ausflippen lassen, und dafür sorgen, dass er viele Dinge verweigert. Das geschehe aber nicht aus Boshaftigkeit, sondern wegen dem PDA, und der Junge erklärt daraufhin welche Gefühle er dadurch hat, dass er das alles nicht mit Absicht tut, und wie man ihm helfen kann. Ein schönes, leicht auch in deutscher Direkt-Übersetzung vorzulesendes Buch, v.a. für externalisierende Kinder mit PDA.
Stacey Freeman: Understanding PDA: For Kids & Grown Ups. Illustrated by M. & J. Freeman. Indepentently Published 2023.
79 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre

Dieses Büchlein soll laut Titel eine Mischung aus Kinderbuch und Ratgeber für Erwachsene sein. Es präsentiert sich eher als Kinderbuch, doch v.a. Erwachsene, die PDA (noch) nicht verstehen, können ebenfalls davon profitieren. Der kleine Ethan (Vorschulalter), der PDA hat, erzählt aus der Ich-Perspektive über sich, seine Eigenheiten, Reaktionen und Gefühle und führt jeweils aus, wie Erwachsene ihm diese „PDA-Gefühle“ erklärt haben – auch das jedoch sehr kindgerecht. Es ist ausführlicher als die meisten anderen Kinderbücher zu PDA und stellt nach der Einleitung einen Tag mit Ethans Onkel dar, wobei klar wird, dass dieser PDA nicht versteht, Ethans Eltern aber schon. Die nicht hilfreichen Reaktionen von vielen Leuten, die PDA nicht verstehen, kennen sicher alle Kinder mit PDA, und hier wird (den Erwachsenen) erklärt, was diese im Kind auslösen und wie sie richtig reagieren sollten – nämlich so wie die Eltern, und nicht so wie der Onkel. Das Buch eignet sich also tatsächlich sehr gut sowohl für Kinder, die sich mit Ethan identifizieren können, als auch für Erwachsene, die (noch) nicht wissen, wie sie adäquat mit Kindern mit PDA umgehen können.
Lauren O’Grady: Pretty Darn Awesome. Divergent not Deficient. Understanding Pathological Demand Avoidance on the Autism Spectrum. Scholastic Publisher 2020.
34 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre

Dieses bilderreiche kleine Buch kommt mit wenigen Worten aus und zeigt trotzdem präzise, wie ein Kind mit PDA sich fühlt. Der Ich-Erzähler, der ebenfalls PDA hat, erzählt von einem ca. 10jährige Jungen mit PDA und erklärt, wie dieser sich fühlt, mit dem ersten Satz „Das Gehirn dieses Jungen ist ganz besonders und will frei sein“. Es folgen Erklärungen, was Anforderungen sind und was sie im Jungen auslösen, wie sein Gehirn ihn manchmal „gefangen hält“, warum er manchmal mit „fight“ oder „flight“ reagiert, dass er manchmal sehr gut mit anderen Kinder spielen kann, aber oft auch maskiert. Aber auch, wie fokussiert er seinen Interessen nachgehen kann, wie viel Information er behalten kann, dass er kreativ ist. Dann wird sehr schön erklärt, dass er halt nicht ist wie die „Norm“, sondern Grenzen niederreißt, weil er so willensstark und frei ist, und sich nicht einfach den gesellschaftlichen Erwartungen beugt. Er glaubt nicht einfach blind alles, hat einen starken Gerechtigkeitssinn und weiß genau, was er will. Toll an diesem Buch ist, dass diese positiven Seiten nicht als „die gibt es auch noch“ abgehandelt werden, sondern das ganze Buch darauf aufbaut, diese Seite hervorzuheben, ohne aber die schwierigen Seiten zu vernachlässigen.
Zelda Mothing: The Adventures of Pickle. Illustrated by Hattie Hydor. Publish Nation 2021.
84 Seiten.
Spezifisch zu PDA
5-8 Jahre
9-12 Jahre

Das Buch über die Abenteuer des von Pickle wurde bereits 2021 geschrieben und ist eines der originellsten Kinderbücher über PDA, das ich kenne. Es handelt zwar, so wie viele andere Kinderbücher zu PDA auch, von einem spezifischen Kind, das sich „anders“ fühlt, sehr viele Herausforderungen hat und nicht mehr in die Schule gehen will, von der Entdeckung der Neurodivergenz und dem PDA-Profil, sowie von den Anpassungen, die daraufhin vorgenommen werden und der Erleichterung, die diese für das Kind bedeuten. Hier ist es die Geschichte eines Schulmädchens, das mit seinen Eltern und einem Hund in Südengland wohnt und am Steinstrand gerne große Kieselsteine sammelt. Eines Tages findet sie einen besonders schönen, der Augen zu haben scheint, nimmt ihn nach Hause und nennt ihn „Pickles“. Von nun an ist der Stein ihr ständiger Begleiter. Das Besondere am Buch ist, dass die ganze Geschichte rein aus der Perspektive von Pickles erzählt wird. Er kann alles beobachten, und er erzählt diese Geschichte. Diese Ausgangssituation führt immer wieder zu sehr lustigen Szenen, weil er vieles nicht weiß und falsch deutet, doch vor allem ist Pickles ein sehr guter Beobachter, der sein „little girl“ (Pickles kennt ihren Namen nicht, denn die Eltern nennen sie immer „Pumpkin“, und er ist jedes Mal sehr verwirrt, weil er nirgends einen Kürbis sieht) liebgewinnt und alles tun will, damit es ihr besser geht. Sehr empfehlenswert!
Spencer Stott: Understand Me. An inspiring journey of a boy with PDA. Self Published 2020.
53 Seiten.
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre

Das beeindruckende an diesem Buch ist, dass der damals 9jährige Spencer es selbst geschrieben hat. Der 9jährige autistische Junge mit PDA erzählt über sich und sein Leben. Zunächst beschreibt er seine Schwierigkeiten, bevor er die Diagnose bekam, vor allem in der Schule. Als er dann die Diagnose bekommt, werden Anpassungen gemacht, doch Spencer merkt, dass die anderen Kinder ihn nun anders behandeln und sich die Lehrpersonen häufig ärgern über ihn. Er fühlt sich immer isolierter, so dass eine andere Lösung gesucht wird; er darf erstmal einige Tage pro Woche zuhause lernen und nur wenige Tage in die Schule gehen. Doch in der Schule wird es immer schlimmer, denn die Lehrpersonen wollen einfach nicht verstehen, wie sie mit Spencer umgehen sollten. Spencer will seine Mutter nicht enttäuschen und er will gerne in eine Schule und Freunde haben, deshalb erzählt er zunächst nichts davon. Doch als es nicht mehr geht, finden sie eine andere Lösung: sie suchen eine besondere Schule. Dort geht es Spencer immer besser, jedoch schreibt er ehrlich, dass es auch da gewisse Schwierigkeiten gibt. Doch die Lehrpersonen sind auf seiner Seite, und so finden sie gemeinsam immer Lösungen. Womit Spencer immer noch Mühe hat ist, neue Freunde zu finden. Aber er gibt nicht auf und ist zuversichtlich, dass er neue Freunde finden wird. „Understand me“ ist ein sehr schönes und vor allem sehr authentisches kleines Büchlein.
Nick Farrow: Finn & The Forest of Tranquility. A Fantasy Adventure for Children with Autism & PDA. Illustrated by X. Rocket Muse Publisher 2024.
50 Seiten.
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre

In diesem kleinen Büchlein lesen wir von Finn, der zu Beginn in der Schule sitzt, unruhig ist, nicht aufpassen kann und es nicht schafft, in der Pause mit seinen Freunden zu spielen oder mit seinem besten Freund darüber zu reden, wie er sich wirklich fühlt, und dann zuhause wegen der Gerüche des Abendessens und der Geräusche des Bestecks und der tickenden Uhr einen Meltdown hat. Als er in seinem sicheren eigenen Zimmer eine Fantasie-Geschichte lesen will, wird er auf magische Weise selbst in eine Fantasiewelt gezogen und erlebt zusammen mit dem riesigen Schmetterling Liora, der Wächterin des Waldes, diverse Abenteuer, die ihn ruhiger und resilienter machen sollen, indem er einige Rätsel löst. Er begegnet der weisen Eule Orin, dem Fuchs Seraph, dem Ameisenbär Colin, dem Chamäleon Barbara und dem Waschbär Rocco und löst alle Rätsel, die sie ihm stellen. Dabei wird ihm klar, wie er sich selbst beruhigen, sich in der Schule sammeln, sich auf seine ganz eigene Weise ausdrücken, sich vor Reizüberflutung schützen und seinen Freunden über sich erzählen kann. Finn öffnet die Augen, und als er zum nächsten Tag zur Schule geht, erinnert er sich an alle Dinge, die er gelernt hat. Ein sehr schönes Buch für etwas ältere Kinder, die gerne Fantasie mögen und durch dieses Buch einiges über sich selbst lernen können.
Nick Farrow: Ruby’s Quest for the Still Forest Pool. A Fantasy Adventure for Children with Autism & PDA. Illustrated by X. Rocket Muse Publisher 2025.
48 Seiten.
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre

Ruby ist bei ihrer Großmutter, die ihr von einer abenteuerlichen Mission („quest“) erzählt, die Ruby durchlaufen soll. Ruby findet einen Durchgang zu einem Fantasiewald mit unterschiedlichen Welten. Dort begegnet sie in der Lavawelt zusammen mit dem Eichhörnchen Ember dem Drachen Blaze, der gerade einen Meltdown hat, und sie schafft es, den Drachen durch eine bestimmte Atemtechnik zu beruhigen. In der Sturmwelt kann sie einem Wolkengeist die Panik nehmen, im Schattenreich einem Schattenwesen die Angst, und im Reich der Traurigkeit zeigt sie einem Phoenix, wie er wieder Freude fühlen kann. Schließlich findet sie den „stillen Teich im Wald“ und begegnet dort dem Wächter Antlers, einem Hirsch. Sie lernt von ihm, dass sie auf ihrem Abenteuer Teile von sich selbst gefunden hat, und er bringt ihr bei, wie sie all die Gefühle – Wut, Panik, Angst und Traurigkeit in Balance halten kann, so dass diese sie nicht überwältigen. Wieder zurück bei ihrer Großmutter merkt Ruby, wie viel sie über sich selbst gelernt hat und fühlt sich sicherer. Ein schönes Buch für etwas ältere Kinder, die Fantasie lieben und hier mithilfe von Abenteuern, fremden Welten und Fantasiewesen etwas über sich selbst und ihre Gefühle lernen können.
Ruth Fidler & Phil Christie: Can I Tell You about Pathological Demand Avoidance Syndrome? A Guide for Friends, Family and Professionals. Illustrated by Jonathon Powell. Jessica Kingsley Publishers 2015.
56 Seiten
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre

Die 11jährige Issy schreibt hier in der Ich-Perspektive über sich selbst und wie ihr PDA sich für sie anfühlt. Einer ihrer Freunde hat ebenfalls PDA, verhält sich in vielem aber anders als sie, worüber sie auch berichtet – so kommen mehrere Perspektiven vor und es wird deutlich, dass PDA nicht für alle das gleiche bedeutet. Issy schildert, welche Strategien sie entwickelt hat, um mit PDA umzugehen, erzählt aber auch, womit sie immer noch Mühe hat. Sie berichtet, was für sie eine gute Lehrperson ausmacht und auf welche Weise ihre Eltern am besten mit ihr umgehen sollten. Und am Schluss des Buches bekommen Eltern und Fachleute von den Autor*innen des Buches eine konzise Zusammenfassung dazu, wie man Menschen mit PDA helfen kann. Ein kurzes, eingängiges Buch, das bereits ältere Kinder oder Teenager lesen können, die sich mit Issy (oder ihrem Freund) identifizieren können, das aber auch für Eltern und Fachleute geeignet ist, um aus der Sicht einer Person mit PDA geschildert zu bekommen, wie PDA sich anfühlt.
Harry Thompson & Danielle Jeta-Hall: I’m Not Upside Down I’m Downside Up. Not a Boring Book About PDA. Illustrated by Mollie Sherwin. Jessica Kingsley Publishers 2022.
64 Seiten
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre

Ein ca. 11jähriges Mädchen namens Ariana erzählt vollkommen aus der eigenen Perspektive über ihr Leben als Kind mit PDA. Dabei unterscheidet sich dieses von anderen Büchern, in denen Kinder über ihr PDA erzählen, darin, dass es vollkommen aus der Sicht des Kindes erzählt ist und PDA-Verhaltensweisen deshalb nicht erklärt, sondern in die Geschichte verwoben gezeigt werden. Und die Beweggründe für diese Verhaltensweisen werden nicht durch die Linse von Erwachsenen, die ein Kinderbuch schreiben, sondern wirklich (wie) von einem Kind, das diese Sachen tatsächlich erlebt, geschildert. Man merkt dem Buch an, dass es nicht (nur) von jemandem geschrieben wurde, der:die Kindern kindgerecht mit einer Geschichte PDA erklären will (was selbstverständlich auch toll ist), sondern von einer Person, die selbst Autist ist und PDA hat und sich noch an die eigenen Gedanken aus der Kindheit erinnert. Arianas Geschichte ist sehr zu empfehlen, wenn man wirklich in den Kopf eines Kindes mit PDA blicken und die Welt mit seinen Augen sehen will.
Laura Kerbey: The Kids‘ Simple Guide to PDA. Illustrated by Eliza Fricker. Jessica Kingsley Publishers 2025.
80 Seiten
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre
Ratgeber
Für Geschwister
& Freund:innen

Dieses kleine Büchlein erklärt Geschwistern, Freund:innen oder Cousins und Cousinen eines Kindes mit PDA, wie dieses sich fühlt, warum es reagiert wie es reagiert, wie man am besten mit dem Kind mit PDA umgeht, und auch, dass es wichtig ist, auch auf seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse als Geschwisterkind (etc.) zu achten. Ein wirklich sehr schönes und einmaliges Buch, denn aus dieser Perspektive gibt es sonst bisher kein Buch zu PDA. Gerade Geschwister (etc.) von Kindern mit PDA haben es manchmal sehr schwer – hier werden sie gesehen und validiert. Und hier können sie auch mehr Verständnis für das Kind mit PDA entwickeln, während sie gleichzeitig viele Tipps bekommen, wie sie das Leben mit diesem Kind harmonischer und konfliktarmer gestalten können, was am Ende allen zugute kommt. Das Buch ist toll illustriert von Eliza Fricker, die mit ihren einfachen Zeichnungen die Essenz der Gefühle und Eigenheiten einzufangen weiß.
What do you Love most about Life? Answers from 150 autistic minds. Compiled by Chris Bonnello. Chris Bonnello 2023.
142 Seiten
Zu Autismus & PDA
Vorlesebuch
5-8 Jahre
9-12 Jahre
Fotobuch

Dieses schöne Fotobuch zeigt 150 Kinder und Jugendliche (und einige Erwachsene) aus der ganzen Welt, jedes mit einem Zitat: nämliche einer authentischen Antwort auf die Frage „Was liebst du am meisten an deinem Leben?“ Die Antworten sind wunderschön, witzig, lebensfroh, erkennbar, überraschend… es ist überaus kurzweilig, in dem Buch zu schmökern und die Kinder aus diversen Ländern „kennenzulernen“. Dabei sind Kinder mit unterschiedlichen Ausprägungen von Autismus vertreten – so z.B. auch non-verbale Autist*innen – sowie sehr viele Autist*innen mit weiteren Neurodivergenzen oder sekundären Komorbiditäten, und auch einige Kinder mit PDA verraten, was sie am meisten lieben an ihrem Leben. Ein sehr schönes, durchweg positives und authentisches Buch!
Simone Hatami: Dein Parfüm riecht so laut! Neurodivergenz und Stress verstehen. Ein Selbsthilfebuch für Kinder und Jugendliche. Illustriert von Dennis Hofmann. Kohlhammer 2026.
202 Seiten.
Zu Autismus
Kapitel zu PDA
Ratgeber

„Dieses Buch ist für Menschen, die viel Stress haben. Es geht um Stress, Angst und Wut. Und noch schlimmere Gefühle, die wir manchmal haben. Es erklärt, was in unserem Gehirn und unserem Körper passiert. Und weshalb wir wütend oder ängstlich werden.“ Dies ist die Essenz dieses Ratgebers für Jugendliche von Simone Hatami, der von Dennis Hofmann mit vielen sprechenden Bildern illustriert wurde. Hatami fasst das Thema der Neurodivergenz sehr breit – sowohl ADHS, Autismus und PDA haben da Platz – und schaut es allgemein aus der Perspektive „Stressreaktionen“ an. Sie erklärt das Nervensystem, die Sinnesorgane, das Gehirn, sowie wie verschiedene Menschen die Welt wahrnehmen und was Stressreaktionen mit all dem zu tun haben. Sie beschreibt das so klar und mit so eingängigen Beschreibungen und Vergleichen, dass Jugendliche dadurch sehr gut begreifen können, was in ihnen selber vorgeht. Es gibt auch ein extra Kapitel zu PDA. Da dem PDA-Verhalten immer Neurodivergenz(en) zugrunde liegen, kann die Erklärung von Stressreaktionen auch hier sehr gut helfen, und Hatami schreibt ganz richtig, das Nervensystem von Menschen, die PDA-Verhalten zeigen, sei ganz besonders empfindlich und quasi in dauernder Alarmbereitschaft. Der Ansatz in diesem Buch, vom Stressempfinden auszugehen, ist großartig, und Jugendliche mit PDA können sicher sehr von den Erklärungen zu Nervensystem und Gehirn profitieren.
Kathrin Köller, Irmela Schautz: Richtig anders – anders richtig. Selbstbewusst neurodivergent . Carl Hanser Verlag 2025.
240 Seiten
Zu Neurodiversität
& Neurodivergenz
Ratgeber

Kathrin Köller und Irmela Schautz haben ein wunderbares Buch über Neurodiversität für Jugendliche geschrieben. Es zeigt den Leser:innen auf, was neurologische Vielfalt, Neurodiversität und Neurodivergenz bedeuten, warum es wichtig ist, dass nicht alle Gehirne gleich ticken, warum unsere Gesellschaft damit jedoch Mühe hat und das Neurotypische immer noch als „normal“ und das Neurodivergente als „abweichend“ gesehen werden, und wie man als neurodivergente Person Selbstbewusstsein entwickeln kann. Dabei schauen sie sich diverse Neurodivergenzen wie ADHS, Autismus, Lese- Rechtschreib-Schwierigkeiten, Dyslexie sowie auch AuDHS an. Das Buch ist schön bebildert und kurzweilig aufgebaut. Ein tolles Buch für Jugendliche, die sich selbst und die Gesellschaft verstehen wollen, um selbstbewusst die Schwächen des Systems sehen und sich selbst als „völlig richtig“ erkennen zu können. Leider kommt PDA in dem Buch nicht vor, was an sich verständlich ist, denn PDA ist ja keine Diagnose und noch zu wenig erforscht. Doch eine Mehrheit von Menschen mit Autismus, ADHS oder AuDHS empfindet sehr viel Anxiety (Angst/Panik) und die ICD-11 nennt bei Autismus auch Demand Avoidance nennt, so dass es schön wäre, wenn auch dies im Buch beleuchtet würde – vielleicht ja in einer nächsten Auflage. Dafür wird Masking behandelt, ein sehr wichtiges Konzept für neurodivergente Menschen. Alles in Allem ein empfehlenswertes Buch für Jugendliche, die generell etwas über Neurodiversität erfahren möchten.
Maria Zimmermann: Anders Nicht Falsch. Illustriert von Maria Zimmermann. Kommode 2023.
220 Seiten
Zu Autismus
Autobiografischer
Ratgeber in
Illustrationen mit Text

Dieses tolle Buch von Maria Zimmermann, selbst Autistin, besticht durch seine wundervolle grafische Aufmachung. Die Seiten sind durchwegs in schönem Rot, Blau, Gelb sowie Schwarz gehalten und enthalten Illustrationen der Autorin selbst, die als Künstlerin und Grafikerin arbeitet. Maria Zimmermann wurde erst als Erwachsene mit Autismus diagnostiziert und beschreibt ihren eindrücklichen Weg im Vorwort. Im Buch selbst erklärt sie in ihren Worten und mit ihren Bildern, was Autismus ist und beleuchtet dann anhand ihrer eigenen Geschichte verschiedene Aspekte wie „Sensorische Sensibilität“, „Soziales“ oder „Gefühle“. Viele neurodivergente Menschen werden sich in einem großen Teil der Beschreibungen wiedererkennen, aber es wird auch deutlich, dass Maria Zimmermanns Erleben nicht in allem dem Erleben aller autistischer Menschen entspricht. So werden auch Jugendliche mit PDA in diesem Buch vieles wiedererkennen und werden zugleich dazu inspiriert, darüber nachzudenken, wie das denn bei ihnen ist.
Shade B. Mallory (Hg.): Rebel Girls feiern Neurodiversität. 25 Geschichten kreativer Denkerinnen. Rebel Girls Inc. 2025.
64 Seiten
Zu Neurodiversität
Biografische Geschichten

In der wunderbaren Serie „Rebel Girls“ ist auch dieses Büchlein erschienen, in dem 25 neurodivergente Frauen vorgestellt werden, die ihre Neurodivergenz feiern und Positives darin sehen. Auch die Schwierigkeiten werden nicht verheimlicht, doch jede Geschichte erzählt von einem positiven Lebenslauf und von dem, was diese Frauen alles geschafft haben. Die dargestellten Neurodivergenzen sind Autismus, Lese- und Rechtschreibschwäche, ADHS, Down Syndrom, Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, Tourette, bipolare Störung, schizoaffektive Störung und Dyspraxie. Das PDA-Profil kommt zwar nicht vor, aber da dieses immer (diverse) Neurodivergenzen im Hintergrund hat, werden sich auch Kinder und Teenager mit PDA mit diesen Frauen identifizieren können – die Geschichten erzählen am Ende einfach, wie man es in einer Welt, die für Neurotypische gemacht ist, schaffen kann, sich selbst zu bleiben und mit seinen Eigenheiten glücklich zu werden.
Das Buch enthält zudem den QR-Code zur Website von „Rebel Girsl“, wo man 450 Erzählungen von tollen Frauen lesen und auch hören kann.
Glòria Durà-Vilà: Me and My PDA. A Guide to Pathological Demand Avoidance for Young People. Illustrated by Tamar Levi. Jessica Kingsley Publishers 2018.
96 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

In diesem schön illustrierten Buch werden mögliche PDA-Verhaltensweisen, Gefühle, Schwierigkeiten und Vorteile beschrieben und bei jedem Aspekt werden die Leser:innen gefragt, wie das denn bei ihnen ist. Die Teenager:innen können ins Buch schreiben und es zum ganz eigenen, individuellen Buch machen. Es ist somit nicht nur eine Ratgeber, der PDA erklärt und Strategien aufzeigt, sondern die Teenager werden dazu aufgefordert, über sich selbst nachzudenken und sich selbst besser zu verstehen. Das Buch ist in „Herausforderungen, mit denen du vielleicht zu kämpfen hast“ und „Deine eigenen Strategien, um die Herausforderungen zu bewältigen“ eingeteilt. Es werden viele Tipps und Vorschläge beschrieben, doch es bleibt immer klar, dass jede:r Jugendliche mit PDA unterschiedlich ist. Und: im Vorwort steht, dass man das Buch natürlich nicht ausfüllen muss… 🙂
Sally Cat’s Pathological Demand Avoidance explained. What Is it Like to Be PDA? 75 Memes. Illustrated by Sally Cat. PDA Society 2020.
84 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografischer
Ratgeber in
Illustrationen mit Text

Sally Cats Illustrationen sprechen viele Jugendlichen sehr an, da sie – kombiniert mit kurzweiligen Textbeiträgen – authentisch darstellen, womit eine heranwachsende Person mit PDA zu kämpfen hat (Sally Cat ist selbst neurodivergent mit PDA). Die Hauptperson schildert in der Ich-Form diverse Situationen, die Jugendliche mit PDA-Profil zweifellos auch kennen, erklärt sehr anschaulich und verständlich Fachbegriffe und macht durch die Perspektive eines Teenagers mit PDA auch heftige Reaktionen nachvollziehbar. So ist dieses Buch hervorragend geeignet, jungen Leuten nahezubringen, was PDA ist, wie sie damit umgehen können, und vor allem auch, dass man sehr gut lernen kann, das Leben selbstbestimmt zu gestalten und die guten Seiten der eigenen PDA-Persönlichkeit zu sehen, wie dieses wunderbare Zitat aus dem Buch zeigt: „I think my demand avoidance is caused by my desperate and natural need to be free.“
Laura Kerbey: The Teen’s Guide to PDA. Illustrated by Eliza Fricker. Jessica Kingsley Publishers 2024.
128 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Laura Kerbey, eine bekannte Autorin von Büchern zu PDA aus Großbritannien, wendet sich in diesem Buch spezifisch an Teenager und erklärt ihnen auf nachvollziehbare Weise, was PDA ist und wie sie damit umgehen können. Die Teenager erfahren, was Anxiety (Angst/Panik) ist, was diese bei ihnen für eine Funktion hat, warum ihnen gewisse Dinge so schwer fallen und sie Anforderungen vermeiden, was Autonomie für Menschen mit PDA bedeutet, etc. Kerbey findet dafür eingängige Bild-Metaphern, und die Eliza Fricker schafft es, diese in ihren Illustrationen einzufangen. Kerbey lässt auch immer wieder Teenager mit PDA selbst zu Wort kommen, und diese werden zu Beginn auch vorgestellt, so dass es nicht nur Stimmen sind, sondern die Menschen dahinter fassbar werden. Ein besonders großer Fokus wird auf die Themen „Friendships and Relationships“ sowie „Gender and Sexuality“ gelegt, sowie auch auf die Schule und den Weg ins Erwachsenwerden. Ein sehr wertvolles Buch für Teenager, die etwas über sich und ihr „PDA-Sein“ erfahren möchten.
Ruth Fidler & Phil Christie: Can I Tell You about Pathological Demand Avoidance Syndrome? A Guide for Friends, Family and Professionals. Illustrated by Jonathon Powell. Jessica Kingsley Publishers 2015.
56 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die 11jährige Issy schreibt hier in der Ich-Perspektive über sich selbst und wie ihr PDA sich für sie anfühlt. Einer ihrer Freunde hat ebenfalls PDA, verhält sich in vielem aber anders als sie, worüber sie auch berichtet – so kommen mehrere Perspektiven vor und es wird deutlich, dass PDA nicht für alle das gleiche bedeutet. Issy schildert, welche Strategien sie entwickelt hat, um mit PDA umzugehen, erzählt aber auch, womit sie immer noch Mühe hat. Sie berichtet, was für sie eine gute Lehrperson ausmacht und auf welche Weise ihre Eltern am besten mit ihr umgehen sollten. Und am Schluss des Buches bekommen Eltern und Fachleute von den Autor*innen des Buches eine konzise Zusammenfassung dazu, wie man Menschen mit PDA helfen kann. Ein kurzes, eingängiges Buch, das bereits ältere Kinder oder Teenager lesen können, die sich mit Issy (oder ihrem Freund) identifizieren können, das aber auch für Eltern und Fachleute geeignet ist, um aus der Sicht einer Person mit PDA geschildert zu bekommen, wie PDA sich anfühlt.
Ethan Knight: The PDA Effect. An Autistic Teenager’s Guide to Understanding Demand Avoidance. Frami Books 2025.
113 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografischer
Ratgeber

Ethan Knight war 18 Jahre alt, als er dieses Buch geschrieben hat – es ist also ein authentischer Bericht eines Teenagers darüber, wie es sich anfühlt, PDA zu haben. Er beschreibt seine Blockaden bei Anforderungen, dass er Kontrolle braucht, damit er nicht in Angst/Panik (Anxiety) verfällt, und wie schwer es ihm fällt, dass er manchmal sogar Dinge, auf die er sich gefreut hatte, nicht tun kann. Das Buch beschreibt in diversen Kapiteln, wie PDA das Leben eines Teenagers beeinflusst: Lernen, Freundschaft und Sozialleben. Andere Kapitel erklären seine Schwierigkeiten: Reizüberflutung, Masking und Burnout. Und schließlich lässt Knight die Leser*innen sehr ausführlich wissen, was sie tun können, um zu helfen: Unterstützungsstrategien, Hilfeangebote und auch ganz einfach, wie man sich im Alltag einem Menschen mit PDA gegenüber verhalten sollte, damit er sich sicher fühlt. Ein Buch, in dem viele Teenager sich sehr gesehen fühlen werden, weil es quasi aus ihrer Sicht geschrieben ist. Und wodurch sie sich selbst evtl. auch besser verstehen, Strategien entdecken, sowie erfahren können, wie Hilfe bekommen.
Kathy Hoopmann: All about PDA. An Insight into Pathological Demand Avoidance. John Murray 2024.
80 Seiten. Fester Einband
Spezifisch zu PDA
Ratgeber als
Fotobuch

Dieses Fotobuch eignet sich für alle Teenager, die Tiere mögen und vielleicht lieber kurze Texte lesen als lange Bücher. Auf jeder Seite findet sich hier ein großes Foto eines Tieres oder einer Tierszene, und ein nur wenige Zeilen langer Text zu einem spezifischen Aspekt von PDA. Die Texte sind zwar kurz, fangen aber sehr präzise und nachvollziehbar ein, was PDA ist, wie Menschen mit PDA sich fühlen und was sie brauchen. Die Fotos sind sehr passend ausgewählt und teilweise auch sehr unterhaltsam, weil die Tiere zuweilen Sprech- oder Denkblasen haben, um einen Punkt zu verdeutlichen. Ein kurzweiliges Buch, das gleichzeitig sehr viele nützliche Informationen enthält.
Chloé Hayden: Different, Not Less. A Neurodivergent’s Guide to Embracing your True Self and Finding Your Happily Ever After. Murdoch Books 2022.
283 Seiten
Zu Autismus & ADHS
Autobiografischer
Ratgeber

Chloé Hayden ist eine junge Schauspielerin mit AuDHS aus Australien, die vor allem bei jungen Menschen wegen der Serie „Heartbreak High“ bekannt ist, worin sie eine autistische Highschool-Schülerin spielt. Sie spricht nicht von PDA, doch wegen ihres Bekanntheitsgrades unter Teenagern kann das Buch dennoch für gewisse Teenager mit PDA sehr lohnenswert sein. Das Buch ist eine Mischung aus eigener Lebensgeschichte und Aufklärung zu Autismus und ADHS, ebenso wie ein eindringlicher Aufruf zur Akzeptanz von Neurodiversität und zu gesellschaftlichem Wandel, der diese Neurodiversität von Anfang an mitdenkt. Hayden behandelt Themen wie Schule als Teenager, Suche nach dem „richtigen“ Beruf, Partnerschaft und Sexualität, aber auch (mit Triggerwarnung versehene) Themen wie Trauma, Suizid, Essstörungen und Mentale Gesundheit. Ein kurzweiliges, gut zu lesendes, jedoch auch tiefgehendes und starkes Buch, das Neurodivergenz in der heutigen Gesellschaft ungeschönt darstellt, jedoch gleichzeitig immer Optimismus erkennen lässt.
Shade B. Mallory (ed.): Rebel Girls Celebrate Neurodiversity. 25 Tales of Creative Thinkers. Rebel Girls Inc. 2023.
64 Seiten
Zu Neurodiversität
Biografische Geschichten

In der wunderbaren Serie „Rebel Girls“ ist auch dieses Büchlein erschienen, in dem 25 neurodivergente Frauen vorgestellt werden, die ihre Neurodivergenz feiern und Positives darin sehen. Auch die Schwierigkeiten werden nicht verheimlicht, doch jede Geschichte erzählt von einem positiven Lebenslauf und von dem, was diese Frauen alles geschafft haben. Die dargestellten Neurodivergenzen sind Autismus, Lese- und Rechtschreibschwäche, ADHS, Down Syndrom, Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, Tourette, bipolare Störung, schizoaffektive Störung und Dyspraxie. Das PDA-Profil kommt zwar nicht vor, aber da dieses immer (diverse) Neurodivergenzen im Hintergrund hat, werden sich auch Kinder und Teenager mit PDA mit diesen Frauen identifizieren können – die Geschichten erzählen am Ende einfach, wie man es in einer Welt, die für Neurotypische gemacht ist, schaffen kann, sich selbst zu bleiben und mit seinen Eigenheiten glücklich zu werden.
Das Buch enthält zudem den QR-Code zur Website von „Rebel Girsl“, wo man 450 Erzählungen von tollen Frauen lesen und auch hören kann.
What do you Love most about Life? Answers from 150 autistic minds. Compiled by Chris Bonnello. Chris Bonnello 2023.
142 Seiten
Zu Autismus & PDA
Fotobuch

Dieses schöne Fotobuch zeigt 150 Kinder und Jugendliche (und einige Erwachsene) aus der ganzen Welt, jedes mit einem Zitat: nämliche einer authentischen Antwort auf die Frage „Was liebst du am meisten an deinem Leben?“ Die Antworten sind wunderschön, witzig, lebensfroh, erkennbar, überraschend… es ist überaus kurzweilig, in dem Buch zu schmökern und die Kinder aus diversen Ländern „kennenzulernen“. Dabei sind Kinder mit unterschiedlichen Ausprägungen von Autismus vertreten – so z.B. auch non-verbale Autist*innen – sowie sehr viele Autist*innen mit weiteren Neurodivergenzen oder sekundären Komorbiditäten, und auch einige Kinder mit PDA verraten, was sie am meisten lieben an ihrem Leben. Ein sehr schönes, durchweg positives und authentisches Buch!
Naomi Fisher & Eliza Fricker: The Teenager’s Guide to Burnout: Finding the Road to Recovery. Robinson 2024.
176 Seiten
Ratgeber
Thema Burnout

Naomi Fisher erklärt in diesem Buch sehr nachvollziehbar und eingängig, wie Burnout bei Jugendlichen entsteht und wie diese den Weg aus dem Burnout finden können. Das Buch richtet sich direkt an die Jugendlichen, die sich hier sofort abgeholt und verstanden fühlen. Die vielen altersgerechten Illustrationen von Eliza Fricker und die ansprechenden Textdarstellungen tragen dazu bei, dass das Buch gut lesbar und verständlich ist. Bemerkenswert ist dabei, dass Fisher und Fricker, selbst Mütter von neurodivergenten Kindern, die Begriffe Autismus, PDA oder gar Neurodivergenz gar nie erwähnen – sie wissen, dass viele Jugendliche diese für sich ablehnen. Sie können problemlos unabhängig davon beschreiben, wie Jugendliche sich fühlen, wenn alles zu viel wird, wie sie die genauen Ursachen dafür identifizieren können (Schule, soziale Erwartungen, etc.), und welche Wege es aus dem Burnout gibt.
Nick Farrow: Finn & The Forest of Tranquility. A Fantasy Adventure for Children with Autism & PDA. Illustrated by X. Rocket Muse Publisher 2024.
50 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Erzählung

In diesem kleinen Büchlein lesen wir von Finn, der zu Beginn in der Schule sitzt, unruhig ist, nicht aufpassen kann und es nicht schafft, in der Pause mit seinen Freunden zu spielen oder mit seinem besten Freund darüber zu reden, wie er sich wirklich fühlt, und dann zuhause wegen der Gerüche des Abendessens und der Geräusche des Bestecks und der tickenden Uhr einen Meltdown hat. Als er in seinem sicheren eigenen Zimmer eine Fantasie-Geschichte lesen will, wird er auf magische Weise selbst in eine Fantasiewelt gezogen und erlebt zusammen mit dem riesigen Schmetterling Liora, der Wächterin des Waldes, diverse Abenteuer, die ihn ruhiger und resilienter machen sollen, indem er einige Rätsel löst. Er begegnet der weisen Eule Orin, dem Fuchs Seraph, dem Ameisenbär Colin, dem Chamäleon Barbara und dem Waschbär Rocco und löst alle Rätsel, die sie ihm stellen. Dabei wird ihm klar, wie er sich selbst beruhigen, sich in der Schule sammeln, sich auf seine ganz eigene Weise ausdrücken, sich vor Reizüberflutung schützen und seinen Freunden über sich erzählen kann. Finn öffnet die Augen, und als er zum nächsten Tag zur Schule geht, erinnert er sich an alle Dinge, die er gelernt hat. Ein sehr schönes Buch für Teenager, die gerne Fantasie mögen und durch dieses Buch einiges über sich selbst lernen können.
Nick Farrow: Ruby’s Quest for the Still Forest Pool. A Fantasy Adventure for Children with Autism & PDA. Illustrated by X. Rocket Muse Publisher 2025.
48 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Erzählung

Ruby ist bei ihrer Großmutter, die ihr von einer abenteuerlichen Mission („quest“) erzählt, die Ruby durchlaufen soll. Ruby findet einen Durchgang zu einem Fantasiewald mit unterschiedlichen Welten. Dort begegnet sie in der Lavawelt zusammen mit dem Eichhörnchen Ember den Drachen Blaze, der gerade einen Meltdown hat, und sie schafft es, den Drachen durch eine bestimmte Atemtechnik zu beruhigen. In der Sturmwelt kann sie einem Wolkengeist die Panik nehmen, im Schattenreich einem Schattenwesen die Angst, und im Reich der Traurigkeit zeigt sie einem Phoenix, wie er wieder Freude fühlen kann. Schließlich findet sie den „stillen Teich im Wald“ und begegnet dort dem Wächter Antlers, einem Hirsch. Sie lernt von ihm, dass sie auf ihrem Abenteuer Teile von sich selbst gefunden hat, und er bringt ihr bei, wie sie all die Gefühle – Wut, Panik, Angst und Traurigkeit – in Balance halten kann, so dass diese sie nicht überwältigen. Wieder zurück bei ihrer Großmutter merkt Ruby, wie viel sie über sich selbst gelernt hat und fühlt sich sicherer. Ein schönes Buch für Teenager, die Fantasie lieben und hier mithilfe von Abenteuern, fremden Welten und Fantasiewesen etwas über sich selbst und ihre Gefühle lernen können.
Libby Scott & Rebecca Westcott:
– Ways to be me. Tally Series: Can you see me? Prequel to Part 1. Scholastic 2021.
292 Seiten.
– Can you see me? Tally Series: Can you see me? Part 1. Scholastic 2019.
365 Seiten.
– Do you know me? Tally Series: Can you see me? Part 2. Scholastic 2020.
320 Seiten.
– All the Pieces of me. Tally Series: Can you see me? Part 3. Scholastic 2022.
296 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Romane

Libby Scott, selbst Autistin mit PDA, war 11 Jahre alt, als sie mit Hilfe der Autorin Rebecca Westcott anfing, die stark autobiografische Geschichte von Tally aufzuschreiben, und es sind vier wunderbare Romane daraus geworden. In „Ways to be me“ ist Tally eine 10jährige Primarschülerin, die in der Schule verzweifelt versucht, so zu sein wie die anderen, und dabei immer weniger weiß, wer sie eigentlich wirklich ist – und zuhause immer mehr Meltdowns und Shutdowns hat. Als sie die Diagnose „Autismus mit PDA-Profil“ erhält, lehnt sie diese zunächst ab, lernt jedoch, sich mit ihr anzufreunden. In der Schule darf aber trotzdem niemand davon erfahren. In „Can you see me“ kommt die 11jährige Tally in die Sekundarstufe und somit in eine neue Schule, wo sie auf keinen Fall als „anders“ wahrgenommen werden will. Doch je mehr sie versucht sich anzupassen, desto mehr wird sie ausgeschlossen. Am Ende erfahren alle in der Schule von ihrer Diagnose, und sie kann wieder „sie selbst“ sein – doch wer ist das? „Do you know me“ erzählt die Geschichte der 12jährigen Tally im Lager mit ihrer Klasse, wo sie es zuerst kaum aushält, dann jedoch neue Freund:innen findet, die ebenfalls neurodivergent sind. In „All the Pieces of me“ denkt die 13jährige Tally schließlich, dass sie „angekommen“ ist, doch sie muss feststellen, dass sie immer noch stark maskieren muss, damit sie als Autistin in ihrer Klasse akzeptiert wird. Am Ende wird ihr alles zu viel, und sie darf in eine Schule wechseln, wo sie v.a. mit ihren geliebten Pferden zusammen sein kann und sich den Schulstoff auf unkonventionelle Weise aneignet. Auch findet sie endlich ihre eigene Stimme, indem sie Lieder beginnt zu schreiben, die ihre Gefühle ausdrücken, wodurch ihre Familie und Freund:innen sie besser verstehen lernen. Die Bücher sind aus der Perspektive von Tally geschrieben, wodurch man als Leser:in hautnah miterlebt, wie sie sich fühlt und warum, warum so vieles für sie keinen Sinn ergibt, und warum für sie das Leben fast immer anstrengend ist. Gleichzeitig nimmt man beim Lesen jedoch auch sehr gut wahr, warum es für die Umwelt und für die Familie manchmal schwierig ist, ein Kind mit PDA in diesem Gesellschaftssystem zu begleiten. Die Bücher sind sehr gut geschrieben, zeigen deutlich und ungeschönt die Schwierigkeiten und auch die psychische Not von Tally, warten jedoch immer auch mit Lichtblicken auf. Absolut empfehlenswert für alle Teenager mit PDA, die sich in Romanen repräsentiert sehen und mehr über sich lernen möchten.
Chris Bonello:
– Underdogs. This War Needs Different Heroes (Underdogs, Part 1). Unbound 2019.
315 Seiten
– Underdogs. Tooth and Nail. Different Battles Need Different Ways of Thinking (Underdogs, Part 2). Unbound 2020.
368 Seiten
– Underdogs. Acceleration (Underdogs, Part 3). Unbound 2022.
400 Seiten
– Underdogs. Uprising. Do End a War you have to Think Differently (Underdogs, Part 4). Unbound 2024.
400 Seiten
Diverse Neurodivergenzen:
PDA, Autismus, ADHS, Dyslexie
Romane

Großbritannien in einer (nicht allzu fernen) Zukunft: Die ganze Bevölkerung wird von einer Gruppe von Soldaten in riesigen Zitadellen festgehalten, überwacht von einer Armee von geklonten menschenartigen Wesen. Die einzigen, die noch in Freiheit sind, ist eine Gruppe Teenager einer besonderen Schule für neurodivergente Kinder. Und diese müssen jetzt alles dransetzen, ihr Land vor diesen Machthabern zu retten und die Bevölkerung wieder zu befreiten. Ihre neurodivergenten Eigenschaften werden dabei zu besonderen Stärken, doch sie müssen auch lernen, als Team zu arbeiten und gleichzeitig die Besonderheiten der einzelnen Individuen zu respektieren. Die Geschichte wird aus der Perspektive diverser Figuren erzählt, z.B. von Kate, einer 16jährigen Autistin mit starken Ängsten, Raj, einem 15jährigen mit Dyslexie, oder Charlie, einem 15jährigen mit ADHS. Doch die Hauptfigur ist Ewan, ein 15jähriger Autist mit PDA-Profil. Die vier Romane sind sehr spannend, Action-reich, aber gleichzeitig auch voller Innensichten der neurodivergenten Teenager, die eine starke Freundschaftsgruppe bilden. Das Identifikations-Potential für neurodivergente Teenager, insbesondere für Teenager mit PDA, ist sehr groß, und wer viel und gerne liest, wird hier ganz auf seine Kosten kommen.
Rike Brand: Neustart PDA. Kinder mit hochsensiblem Nervensystem verstehen und selbstbewusst begleiten. Praxishandbuch für Eltern und Fachpersonen. Selbstverlag 2025.
492 Seiten
Spezifisch zu PDA
Handbuch

Das ultimative Handbuch zu PDA für Eltern: es nimmt diese an die Hand und führt sie durch die „PDA-Reise“. Von den ersten möglichen Hinweisen auf PDA über die Diagnostik, das (Familien-)leben mit PDA, einem eventuellen Burnout bis hin zum Weg aus diesem hinaus beschreibt Rike Brand die Schwierigkeiten, zeigt aber vor allem mögliche Lösungen auf. Sie geht bei jedem Schritt gründlich auf alle wichtigen Aspekte ein und gibt wertvolle Tipps zum Navigieren der Reise. Dies immer untermauert mit evidenzbasiertem Wissen aus Literatur und Forschung, vor allem aber aus dem Erfahrungsschatz von 32 Familien mit Kindern mit PDA-Profil, die Rike Brand interviewt hat. „Neustart PDA“ ist ein großartiges Nachschlagewerk zum immer wieder Rat holen für alle, die mit PDA zu tun haben.
Dr. med. Nicole Agathe Chou-Knecht & Elisabeth Carl: PDA – anders autistisch? Antworten zum Pathological Demand Avoidance Syndrom für Fachpersonen und Familien. Kirja Verlag 2025.
404 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fachbuch

Nicole Chou und Elisabeth Carl haben, zusammen mit einer Reihe von Gastautor*innen, das erste Fachbuch zu PDA veröffentlicht. Es enthält eine geballte Ladung von Wissen zu PDA aus diversen Perspektiven: Neben PDA-Basiswissen auch PDA aus familiärer, psychiatrischer, pädagogischer und therapeutischer Sicht. Dazu kommen ganz konkrete Tipps zu Hilfestellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ein neues Konzeptualisierungsmodell für PDA als Autismus-Profil. Auch zu Diagnostik und Schule finden sich ganz konkrete Hilfestellungen, die v.a. für Fachpersonen sehr wertvoll sind. Ein umfassendes Buch zu PDA, das sowohl für Eltern als auch für Fachpersonen sehr viel Wertvolles zu bieten hat.
Simone Hatami & Georg Theunissen (Hg.): Pathological Demand Avoidance (PDA) und Autismus. Abwehr- und Vermeidungsverhalten multiperspektivisch betrachtet. Hrsg. von ZAK Germany. Lambertus Verlag 2025.
192 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fachbuch

Das Buch ist ein Sammelband von acht Fachleuten (alles Referierende des ZAK), die das Phänomen PDA im Zusammenhang mit Autismus beleuchten – multiperspektivisch, wie der Untertitel sagt. Vor allem Georg Theunissen, Simone Hatami und Philipp Schatz gehen gründlich auf das Konzept „PDA“ ein und zeigen interessante neue Perspektiven auf. Die wichtigsten Schlussfolgerungen der diversen Überlegungen sind, dass PDA nicht als PDA eigenständiges Profil von Autismus betrachtet werden sollte, sondern als Begleiterscheinung bei Autismus, aber auch bei anderen Neurodivergenzen und Störungen. Jedoch wird auch ganz deutlich gesagt, dass dieses Verhaltenscluster definitiv bei vielen Kindern vorhanden ist, ernst genommen und weiter untersucht werden soll. Das Buch ist ein sehr wertvoller Beitrag zum Diskurs rund um PDA im deutschsprachigen Raum, weil es notwendig ist, dass der fachliche Diskurs belebt wird und offen bleibt für neue Perspektiven.
Rike Brand: Schnellstart PDA. Antworten auf die häufigsten Fragen zum PDA-Profil. Für alle, die Kinder mit PDA begleiten. Selbstverlag 2026.
95 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Rike Brand hat aus ihrem Handbuch „Neustart PDA“ ein kurzes Buch destilliert, das einen schnellen Einstieg in die Materie erlaubt und Leute, die Kinder mit PDA begleiten, konkrete Antworten auf die häufigsten Fragen geben. So können sie innerhalb kurzer Zeit die wichtigsten Eckpunkte zu PDA und dem empfohlenen Umgang mit den Kindern mit PDA erfassen, und v.a. kann Familienmitgliedern, Freund*innen, Schulpersonen, aber auch Fachpersonen, die das Phänomen nicht verstehen oder nicht kennen, und die kein ganzes Handbuch lesen wollen, eine Hilfe in die Hand gedrückt werden, anhand derer sie das PDA-Profil hoffentlich verstehen lernen. Ein solches kurzes Büchlein mit allen wichtigen Antworten zu PDA hat bisher gefehlt – alle, die Kinder mit PDA begleiten, werden froh sein um dieses Buch, in dem man immer wieder schnell Antworten zu den wichtigsten Fragen nachschlagen kann, wenn die Zeit für Tiefe fehlt.
Sandra Meiners: How to Handle a Panda (Pathological Demand Avoidance). Eine humorvolle „Bedienungsanleitung“ für alle, die motiviert sind, ein Gefühl für diese so ganz andere Wahrnehmung zu entwickeln. Epubli 2024.
177 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Der Untertitel dieses kleinen Buches betont mit den Humor dieses Ratgebers – Sarah Meiners schafft es, mit einem Augenzwinkern durch die diversen Aspekte von PDA zu leiten und zu beschreiben, wie man Kinder mit PDA am besten begleiten kann. Sie gibt ganz konkrete Tipps für den Alltag, z.B. bezüglich Zähneputzen, Duschen & Baden, Schlafen, etc. Und sie beschreibt, was hinter dem Verhalten der Kinder liegt, damit das Verständnis für ihr Handeln wachsen und man sie adäquat begleiten kann. Eine Liste mit möglichen Ausdrucksweisen in deklarativer Sprache zeigt, dass dies wirklich eine handfeste „Bedienungsanleitung“ ist. Doch auch Sarah Meiners ist klar, dass v.a. das Verständnis und der individuelle und vor allem flexible Umgang mit dem Kind entscheidend ist. Ein gelungenes Buch für einen ersten Einstieg in die Materie, v.a., wenn es um kleinere Kinder mit PDA geht.
Alice Running: Ein glücklicheres Leben für dein Kind mit PDA. Übersetzt aus dem Englischen von Saskia Paasch. Kirja Verlag 2024.
180 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Dieses Buch der Autorin Alice Runnings wurde bereits 2021 im englischen Original veröffentlicht und 2024 auf deutsch herausgegeben. Alice Running, selber neurodivergent und Mutter zweier autistischer Kinder, wovon eines mit PDA. Das Buch enthält ein sehr gutes Vorwort von Dr. Nicole Chou-Knecht, das u.a. die Perspektive der deutschsprachigen Länder beleuchtet. Runnings Buch bezieht sich auf das System in Großbritannien; dies wird jedoch vorwiegend im Kapitel „Bildung“ deutlich und ein wenig in „Die Zusammenarbeit mit Fachleuten“. Doch selbst hier sind die Gemeinsamkeiten der Prozesse, die man als Eltern eines PDA-Kindes unweigerlich durchläuft, frappierend. Runnings Ratgeber besticht mit einer durchgehend positiven, verstehenden Sicht auf die Kinder und einem guten, flüssigen Schreibstil, der Ratschläge mit der eigenen Familiengeschichte verbindet.
Christin Brendieck: Die Geschichte vom mutigsten Mädchen der Welt. Wie du dein Systemsprenger-Kind bedürfnisorientiert begleiten kannst. Trabanten 2025.
166 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Christin Brendieck, bekannte langjährige Influencerin zum Thema PDA, erzählt in diesem Ratgeber für Eltern von Kindern mit PDA die Geschichte ihrer Familie. Anhand verschiedenster Stationen, die sie und ihr Mann mit ihrer Tochter durchlaufen haben, wird eindrücklich nachvollziehbar, was solche Familien durchmachen. In jedem Kapitel wird jeweils ein bestimmtes Thema aufgegriffen, und im Anschluss an die entsprechende Familiengeschichte Brendiecks folgen Tipps und Ratschläge für die Leser:innen, die diesen helfen, mit dem Thema umzugehen. Themen wie Autistisches Burnout, Diagnostik, Schule, Familie und Freunde oder persönliche und Paar-bezogene Veränderungen werden auf diese Weise authentisch beleuchtet. Dazwischen streut Brendieck Stimmen aus ihrer Community ein, wodurch die Themen auch aus mehreren Perspektiven gezeigt werden.
Mark Leonard: Mein einzigartiges Pandakind. Kinder im PDA-Autismus-Profil verstehen und den Familienalltag entspannen. Beltz 2026.
224 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Mark Leonard, Coach und bekannter langjähriger Influencer zum Thema PDA, verbindet in diesem Ratgeber Erlebnisse seiner eigenen Elternschaft eines Kindes mit PDA mit ausführlichen Ratschlägen und Tipps sowie mit Hintergrundwissen zu PDA allgemein. Daraus ist ein umfassender Ratgeber für Familien mit einem (oder mehreren) Kind(ern) mit PDA entstanden. Die einschlägigen eigenen Erfahrungen merkt man jeder Seite dieses Buches an, das deshalb sehr authentisch wirkt. Leonard spricht ausdrücklich nicht direkt über seinen Sohn, sondern verwebt auch Erfahrungen anderer Eltern in den Erzählungen. So werden praktisch alle möglichen Aspekte eines „Familienlebens mit Panda-Kind“ aufgegriffen, die wichtigsten Sätze werden optisch ansprechend hervorgehoben, und in Merk-Kästchen werden Methoden zusammengefasst oder spezifische Tipps gegeben. Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet, humorvoll geschrieben und bietet Eltern handfeste Hilfen, ihr Kind nicht nur adäquat zu begleiten, sondern es auch wirklich zu verstehen.
Dr. Beatrix Haslinger: PDA verstehen. 65 Soforthilfe Tools für hochsensible Kinder. ADHS & Autismus Spektrum. Elyseah Verlag 2025.
288 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Beatrix Haslingers Buch ist einer der wenigen Ratgeber zu PDA, das wir nicht uneingeschränkt empfehlen können. Geschmäcker sind verschieden, und Bücher, die dem einen nicht gefallen, können für die andere genau das Richtige sein. Deshalb werden hier Bücher möglichst neutral beschrieben, damit Interessierte wissen, was sie erwartet und selbst entscheiden können, ob Inhalt und Stil des jeweiligen Buches ihnen gefällt. Auch Beatrix Haslingers „Soforthilfe Tools für hochsensible Kinder“ kann durchaus der richtige Stil sein für gewisse Leser:innen. Es gibt jedoch zwei Aspekte bei diesem Buch, die ich hier ansprechen möchte: das Buch kommt erstens ohne jegliche Nachweise und Quellenangaben aus. Das ist z.B. für einen reinen Erlebnisbericht völlig in Ordnung, doch dieses Buch gibt handfeste Ratschläge aufgrund von handfesten Behauptungen, ohne nachzuweisen, wieso diese stimmen sollten. Zweitens baut Haslingers Buch auf einem esoterischen System auf, dem sog. Human Design. Dieses teilt Menschen z.B. anhand ihrer Geburtsdaten deterministisch in bestimmte Typen ein, ohne dass es dafür irgend einen wissenschaftlichen Nachweis gäbe.
Jana Spengler: Pina Pandamaus. Ein kleines Mädchen im PDA-Profil nimmt dich mit in ihren Alltag. Selbstverlag 2026.
152 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Pina ist sieben Jahre alt, doch dieses Buch ist eher für ältere Kinder, da es trotz der kindlichen Sicht relativ komplex ist. Pina beschreibt ihren Alltags aus der Ich-Perspektive und erklärt dem:der Leser:in genau, was sie in diversen Situationen fühlt und wie man ihr helfen kann, ihr Nervensystem stabil zu halten. Die Überschriften in der Geschichte verdeutlichen dabei, um welche Phänomene es sich handelt: „Übergänge“, „Equalizing“, „Regulation“, etc. Für ein älteres Kind, das sich für seine Neurodivergenz interessiert, kann dies eine sehr interessante Lektüre sein, weil es bestimmt sehr viele dieser Situationen schon erlebt hat und die Gefühle kennt. Pina kann dabei helfen, diese Gefühle einzuordnen und eine Sprache dafür zu finden.
Sandra Meiners: How to Handle PDA (Pathological Demand Avoidance). Burnout. Wenn plötzlich nichts mehr geht und fachliche Unterstützung ausbleibt. Epubli 2025.
160 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber
Thema Burnout

Nach der „humorvollen Bedienungsanleitung“ zu PDA hat Sarah Meiners ein Buch zu einem wichtigen Thema rund um Neurodivergenz und PDA geschrieben: Burnout. Leider ein Thema, das sehr viele Familien mit einem PDA-Kind hautnah erleben, und wie Meiners im Untertitel richtig schreibt, bleibt leider oft die richtige fachliche Unterstützung aus. Meiners nimmt Familien an die Hand und leitet sie durch die diversen Stadien des Burnouts beim Kind, erklärt Hintergründe, gibt Handlungsanweisungen und streut auch Hinweise auf Studien, auf eine Erhebung zu PDA bei ihren Followern auf Insta sowie Interviews ein. Das Buch ist schnell zu lesen und bietet einen wichtigen ersten Rahmen, wenn man wissen will, ob das Kind ein Burnout hat und wie man es begleiten kann.
Tilda O’Sarby: Drachenmädchen. Autobiografie aus Tagebuchaufzeichnungen. Kirja Verlag 2025.
296 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fiktionalisierte
Tagebucheinträge

In diesem wunderschönen Buch berichtet eine Mutter aus Deutschland vom Weg ihrer Familie mit der 8-jährigen Lisabeth: vom anstrengenden Familienalltag, dem Burnout der Tochter, der schwierigen Suche nach Hilfe und richtiger Diagnostik, dem Lightbulb-Moment und dem weiterhin schwierigen Weg, der jedoch auch voller Hoffnung ist. Die Geschichte ist autobiografisch und baut auf Tagebucheinträgen der Mutter auf, jedoch sind diese Eine Geschichte, in der Eltern von Kindern mit PDA zahlreiche Situationen wiedererkennen werden. Voller eindrücklicher Schilderungen der Verzweiflung und Erschöpfung, die mit dem Begleiten eines solchen Kindes einhergehen, aber auch der unerschütterlichen Liebe zu diesem wundervollen Kind. „Drachenmädchen“ ist ein sehr authentisches, außerordentlich gut geschriebenes Buch, illustriert mit vielen schönen Bildern der talentierten Lisabeth selbst.
Liv Cadler & Saskia Susanne Neu: Zirkus im Kopf. Diagnose: Autismus-Störung. Der tägliche Kampf im System. Hamburger Perspektivwechsel Verlag 2023.
375 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografische Geschichten

„Zirkus im Kopf“ war das erste deutschsprachige Buch, das sich spezifisch dem Thema PDA widmete, das zu dem Zeitpunkt erst in den englischsprachigen Ländern ein Begriff war. Drei Familien erzählen ihre jeweiligen Geschichten mit ihren autistischen Söhnen mit PDA. Es sind Geschichten die sehr nahe gehen, da das Unverständnis der Behörden damals noch viel gravierender war als heute und auch die Eltern nicht wussten, was da los ist. Doch sie spürten es und baten immer wieder um Hilfe – nur um immer wieder alleine gelassen zu werden. Es wird von ziemlich traumatischen Erlebnissen wie einer Einweisung in diene Klinik berichtet, die niemand wollte, einem Aufenthalt in einem Internat, die alles nur verschlimmerte, sowie von Zusammenbrüchen sowohl von Eltern als auch von Kindern. Keine leichte Kost, doch auf jeden Fall sehr eindrückliche Geschichten, in denen man leider auch heute noch vieles wiedererkennen kann.
Lea Gottheil: Anatol abholen. Kommode 2024.
150 Seiten
Zu ADHS (+ PDA)
Roman
Thema Care-Giver Burnout

In diesem schlicht daherkommenden Buch werden Eltern mit neurodivergenten Kindern mit PDA sich vollkommen wiedererkennen – dabei wird PDA nicht mal genannt. Jil, die Mutter zweier Kinder, verzweifelt immer mehr, weil ihr 7jähriger Sohn Anatol mit seinem Verhalten nicht in die Regelschule passt. Er wird schließlich von der Schule verwiesen, da „nicht mehr tragbar“, und es beginnt eine Odyssee, um die richtige Beschulung zu finden. Hier kommt alles vor, was einschlägig bekannt ist: die besserwisserischen Bemerkungen von Bekannten und Verwandten, die schiefen Blicke, die Abwertung der Erziehungsfähigkeit der Eltern, der erschütternde Umgang gewisser Lehrpersonen mit diesen Kindern, die Drohungen der (und das Alleingelassen-Sein durch die) Behörden und vieles mehr. Aber vor allem: die ungeheure Last, die (in diesem Fall) v.a. auf der Mutter lastet, ihr Weg ins Burn-Out und in die Depression. Diese Beschreibungen sind unglaublich authentisch und gehen nahe – weil man weiß, wie oft dies genau so geschieht. Anatol ist mit ADHS diagnostiziert, sein Verhalten und seine hochsensibles Nervensystem lassen jedoch ganz klar ein Kind mit PDA erkennen. Das Buch ist sehr gut geschrieben und eignet sich z.B. hervorragend als Geschenk für alle in der Umgebung einer „PDA-Familie“, die es einfach nicht verstehen…
Thomas Girsberger: Die vielen Farben des Autismus. Spektrum, Ursachen, Diagnose, Therapie und Beratung. 7., aktualisierte Aufl. Kohlhammer 2024.
189 Seiten
Zu Autismus
Kapitel zu PDA
Fachbuch

Der Psychiater Dr. Thomas Girsberger begleitet in seiner Praxis seit Jahrzehnten Autist:innen und publiziert mit viel Fach- und Erfahrungswissen zu Autismus. „Die vielen Farben des Autismus“ ist ein Klassiker der Autismus-Literatur und 2024 bereits in der 7., aktualisierten Auflage erschienen. Die Aktualisierungen bestehen v.a. im Einbezug einiger Modifikationen zur ICD-10 und in der Erweiterung um einige Fallbeispiele. Allerdings wurden nicht alle Kapitel gründlich überarbeitet, so dass Vorsicht geboten ist was die Aktualität der Forschung angeht. Die Literaturliste zeigt, dass die einzige Quelle, die jünger ist als 2012 (2013 erschien die erste Auflage), eine Publikation des Autors selbst ist. Das Buch ist dennoch sehr bekannt und soll hier erwähnt werden, weil es ein Kapitel zu PDA enthält, was in solchen Fachbüchern zu Autismus eher selten ist. Unter „Das Konzept der Entwicklungsstörungen“ (sowie auch in den Begriffserklärungen im Anhang, da sogar noch ausführlicher) findet sich das Kapitel „Pathological Demand Avoidance Syndrome (PDAS)“. Obwohl auch hier die jüngste Quelle von 2011 ist, beinhaltet diese Beschreibung die Eckpunkte, die für Eltern von Kindern mit PDA am wichtigsten sind: Das Vorkommen von PDA wird nicht infrage gestellt, als Hauptursache des Verhaltens wird Stress genannt, es wird beschrieben, dass PDA bei Kindern oft nicht gut erkannt wird und dass die Eltern deshalb zu Unrecht kritisiert werden, obwohl diese im Gegenteil gerade Unterstützung brauchen, dass Kinder mit PDA oft in der Schule angepasst und zuhause „sehr schwierig“ sind, dass es oft zu Schulverweigerung kommt, und fast am wichtigsten: dass mit Kindern mit PDA pädagogisch anders umgegangen werden muss als mit Kindern mit „nur“ Autismus.
Dieses Fachbuch zu Autismus ist somit zu empfehlen, wenn Familien einer (skeptischen) Person zeigen wollen, dass PDA auch von diesem renommierten Autismus-Forscher anerkannt wird.
Prof. Dr. André Frank Zimpel: Wahnsinnig intelligent. Die verborgenen Potenziale neurodivergenter Menschen. Goldmann 2025.
189 Seiten
Zu Neurodivergenz
Fachbuch

Prof. Zimpel, Leiter des Zentrums für Neurodiversitätsforschung in Hamburg, zeigt in diesem Buch auf, wie gerade das Aufkommen der KI die Notwendigkeit zu einem sowieso überfälligen Perspektivwechsel bezüglich Neurodivergenz deutlich aufzeigt: Neurodivergente Menschen denken „outside the box“ und anders als der „Durchschnitt“ der neurotypischen Gesellschaft. Die KI kann jedoch immer nur diesen Durchschnitt abbilden. Durch die fundamental andersartig ausgerichtete Aufmerksamkeit neurodivergenter Menschen jedoch zeigt sich bei ihnen ein sehr kreatives und einzigartiges Denken. Wenn neurodivergente Menschen (u.a. dank KI) nicht mehr so viel Energie ins Anpassen an die neurodivergente Welt aufwenden müssten, könnten sie also ihr Potenzial „jenseits des Berechen- und Erwartbaren“ voll entfalten. Das Buch leitet sehr klug diese Gedankengänge her, kritisiert scharf die gesellschaftlichen Normen, die neurodivergente Menschen zur Anpassung zwingen wollen und plädiert dafür, dass die Vielfalt menschlicher Neurotypen anerkannt und jedes Individuum gemäß seinen Stärken gefördert werden soll.
Verena Karl & Eduard Sadžakov: Von Wölfen und Bären. Hochsensibilität, Autismus, AD(H)S & Co. mompox Verlag 2022.
207 Seiten
Zu Neurodivergenz
Fachbuch

Die Sozialarbeiterin Verena Karl und der Sozialpädagoge Eddy Sadžakov arbeiten zusammen als Systemische Therapeuten und konnten für dieses wegweisende Buch aus ihrer reichen Erfahrung in der Begleitung von Familien mit neurodivergenten Kindern schöpfen. Sie behandeln, wie der Titel sagt, Hochsensibilität, Autismus, ADHS & Co., doch im Prinzip sind die einzelnen Neurodivergenzen nicht zentral, und auch dass PDA nicht erwähnt wird ist hier nicht wichtig, denn die Autor:innen gehen einen anderen Weg: sie gehen nicht von einzelnen Diagnose-Kategorien aus, sondern von der Metapher von den Wölfen und den Bären – anpassungsfähige Rudeltiere und empfindsame Einzelgänger. Auch Menschen sind in dem Sinne entweder Wölfe oder Bären, und beide Ausprägungen sind wichtig für die Gesellschaft. Aus diesem Blick heraus schauen sie auf die Kinder, denen „Verhaltensauffälligkeiten“ attestiert werden, und erkennen bei allen als wichtigste Eigenschaft ihre sensible Wahrnehmung. Ausgehend davon werden die „herausfordernden“ Verhaltensweisen als Schutzreaktion verstanden, sobald die Wahrnehmung überstrapaziert wird. Mit bestechenden Ausführungen zu dieser Metapher und einigen Fallbeispielen machen die beiden Autor:innen deutlich, worauf es wirklich ankommt beim konkreten Begleiten solcher Kinder: Hinter das Verhalten schauen und die besondere Wahrnehmung ernst nehmen. Das Buch war schon vor mehreren Jahren ein Meilenstein in Bezug auf eine neuroaffirmative Haltung und kann auch heute noch helfen, einen anderen Standpunkt einzunehmen und zu einer Haltung zu kommen, die unsere neurodiverse Gesellschaft wirklich weiterbringt.
Das Buch gibt es auch kostenlos als Hörbuch: https://wolfundbaer.de/das-buch/
Andrea Tures (Hg.): Das schwierige Kind? Herausforderndem Verhalten professionell begegnen – in Krippe, Kita und Grundschule. Verlag an der Ruhr 2025.
288 Seiten
Zu Neurodivergenz
Fachbuch

Dieses Buch beleuchtet aus fachlicher und praxisnaher Perspektive ganz unterschiedliche Verhaltensweisen von Kindern in pädagogischen Einrichtungen, die Fachkräfte als herausfordernd wahrnehmen. Das Ziel ist es, einen „Perspektivwechsel“ weg vom „defizitorientierten Blick auf das Kind“ vorzunehmen und einen Umgang mit dem Kind zu finden, das für das Kind und das ganze Team förderlich ist. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: im ersten Teil werden grundlegende pädagogische Konzepte vorgestellt, die eine Grundlage schaffen für eine an Bedürfnissen orientierte Handlungsweise in pädagogischen Einrichtungen. Im zweiten Teil werden von Fachleuten auf dem jeweiligen Gebiet diverse Phänomene von „herausforderndem Verhalten“ vorgestellt (unkooperativ, aggressiv, wild, theatralisch etc.) und Lösungswege skizziert. Im dritten Teil wird die Zusammenarbeit mit der Familie des jeweiligen Kindes mit in den Blick genommen und die Frage erläutert, wie die pädagogische Fachkraft erkennen kann, wann eine psychotherapeutische Begleitung für das Kind nötig ist. Das Buch ist sehr lesefreundlich strukturiert und enthält immer wieder Infos, Reflexionsfragen, Impulse und Tipps in separaten Kästchen. Obwohl alle Beiträge eine positive, Kind-zugewandte Pädagogik vertreten, eigenen sich nicht alle Beiträge für Kinder mit PDA. Insbesondere aber Andrea Tures‘ Beitrag zum „überdrehten“ Kind ist diesbezüglich sehr interessant, da hier die Belastungen des Nervensystems im Mittelpunkt stehen und eine neuroaffirmative Pädagogik propagiert wird. Dieses Kapitel können Eltern somit gewinnbringend den Lehrpersonen ihrer Kinder mit PDA zukommen lassen.
Corina Elfe: Kinder, die durchs Raster fallen. Wie neurodivergente Kinder in der Schule leiden und was sich für alle ändern muss. Yes Verlag 2026.
272 Seiten
Zu Neurodivergenz
Fachbuch

Dieses Buch behandelt Schule und Neurodivergenz, insbesondere Autismus und ADHS – obwohl PDA nicht erwähnt wird, ist es auch für alle Eltern und Fachleute, die sich mit PDA beschäftigen, ein absoluter Gewinn. Corina Elfe zeigt auf, wie das heutige Schulsystem strukturell dafür sorgt, dass neurodivergente Schüler:innen stark benachteiligt werden, weil von ihnen Anpassung verlangt und ihr Verhalten mit neurotypischen Maßstäben gemessen wird. Das Scheitern dieser Kinder wird ihnen selbst und ihren Eltern zu Lasten gelegt, während es eigentlich nur aufzeigt, dass das ganze System überfordert ist. Elfe plädiert deshalb für eine Veränderung des Schulsystems und zeigt auf, wie dieses aussieht: neurodivergente Schüler:innen, ihre Verhaltensweisen und ihre Voraussetzungen werden ernst genommen, verstanden und von Anfang an mitgedacht bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Lernen, bei dem sich alle sicher und verstanden fühlen. Dies setzt eine grundlegend neue Haltung sowie ein Verständnis für die Voraussetzungen, die neurodivergente Kinder mitbringen, voraus – egal um welche Neurodivergenz es geht. Elfe weist darauf hin, dass strukturelle Veränderungen nur langfristig erreicht werden können, zeigt aber auch auf, was Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen schon jetzt konkret tun können, um Schule neuroinklusiv zu gestalten.
Saskia Niechzial: Ein Kopf voll Gold. Was neurodivergente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können. Beltz 2024.
288 Seiten
Zu Neurodivergenz
Kapitel zu PDA
Fachbuch & Ratgeber

Saskia Niechzial, selbst langjährige Grundschullehrkraft und sehr aktiv für Schulthemen in den Sozialen Medien unterwegs („liniert-kariert“), hat ein Buch über neurodivergente Kinder (in der Schule) geschrieben. Sie geht mit einem neuroaffirmativen Blick an das Thema heran und fragt durchwegs, was wir tun können, um diese Kinder zu stärken: was brauchen die Eltern, was brauchen die Kinder im Alltag und vor allem: was brauchen die Kinder in der Schule. Das Buch richtet sich einerseits an Lehrkräfte und beschreibt zum Beispiel, wie man als Lehrperson bei den Eltern ansprechen kann, dass man denkt, ein Kind könnte neurodivergent sein. Und es gibt umfassende Tipps, wie man das Klassenzimmer und die Lernbedingungen so gestalten kann, dass auch neurodivergente Kinder sich wohlfühlen können. Andererseits richtet es sich an Eltern und begleitet sie beispielsweise bei den vielen Fragen, die sie rund um die Diagnostik haben. Zu Beginn stellt Niechzial diverse Neurodivergenzen vor und erwähnt im Kapitel zu Autismus auch PDA. Im Gegensatz zu anderen Büchern zu Neurodivergenz, die erwähnen, dass es PDA gibt, bleibt es bei Niechzial nicht bei der Erwähnung, sondern sie bezieht PDA auch in den weiteren Kapiteln mit ein. Insgesamt ist die propagierte Haltung dieses Buches so neuroaffirmativ – und auch durchaus schulkritisch -, dass mit so einer Haltung wohl manches Kind mit PDA tatsächlich langfristig in die Schule gehen könnte.
Katrin Hansch: Wenn wir zusammen lachen. Mutmacher für Familien im Autismus-Spektrum. Carl-Auer Verlag 2024.
238 Seiten
Zu Neurodivergenz
Kapitel zu PDA
Ratgeber

Katrin Hansch nennt ihr Buch einen „Mutmacher für Familien im Autismus-Spektrum“, doch das Buch ist definitiv mehr als das. Es macht Familien mit autistischen Kindern (denn darum geht es eigentlich) sicherlich Mut, indem es die Schwierigkeiten und Herausforderungen zwar klar benennt, aber immer wieder auch Lösungswege aufzeigt und dabei betont, dass die Lebensfreude erhalten bleiben kann – wie eben beim „zusammen lachen“. Aber es ist auch eine fundierte Darstellung der Entwicklung des Autismusbegriffs und der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntisse, inklusive Erklärungen zur ICD-11 oder einen Einblick darin, wie eigentlich Autismus-Diagnosen vergeben werden, und das alles mit zahlreichen Hinweisen auf die wissenschaftlichen Quellen. So kommen hier autobiografisches (authentisches) Erzählen, wissenschaftliche Fundiertheit und humorvolles Mutmachen zusammen.
Es ist sehr schön, dass PDA hier in einem Kapitel beschrieben wird, denn das kommt in Büchern zu Autismus und Neurodivergenz allgemein noch viel zu wenig vor. Man wünscht sich jedoch sehr, dass PDA auch in den weiteren Kapiteln mehr vorkommen würde, denn gerade bei neurodivergenten Kindern mit PDA-Verhalten gelten ganz andere Voraussetzungen als bei Kindern mit „nur“ Autismus. Doch insgesamt ist die Mischung zwischen dem positiven Blick einerseits und der fundierten wissenschaftlichen Darstellung andererseits in diesem Buch eine sehr willkommene Mischung, die nicht so oft in Ratgebern zu finden ist.
Isabel Demirel: Anders glücklich. Familienleben jenseits der Norm. Mehr innere Leichtigkeit und Akzeptant mit neurodivergenten Kindern. mvgVerlag 2026.
224 Seiten
Zu Neurodivergenz
Kapitel zu PDA
Ratgeber

Isabel Demirel, selbst Mutter in einer Familie mit Neurodivergenzen, hat einen schönen Ratgeber zum „Familienleben jenseits der Norm“ geschrieben, in dem sie für Akzeptanz plädiert und aufzeigt, wie auch mit Neurodivergenzen Leichtigkeit in den Familienalltag (zurück)kommen kann. Sie fokussiert dabei auf ADHS und Autismus, aber auch auf „andere Besonderheiten“. Es gibt bei der Zusammenfassung der Neurodivergenzen auch ein Kapitel zu PDA, was an sich sehr zu begrüßen ist. Doch leider wird im Rest des Buches PDA an keiner Stelle nochmal erwähnt oder mitgedacht. Denn die Ratschläge, die gegeben werden, mögen für autistische Kinder oder solche mit ADHS passen, doch gerade Kinder mit PDA-Verhalten und einem noch sensibleren Nervensystem sowie Anxiety (Angst/Stress) profitieren meist nicht von „Regeln bezüglich Süßigkeiten“, „Grenzen setzen“ oder Pausen fordern mit einer „Sanduhr oder einer Pausen-Karte“ und „liebevollen Konsequenzen“, insbesondere nicht im dysregulierten Zustand. Der Ratgeber ist authentisch und positiv geschrieben, wovon Familien mit Kindern im Autismus und/oder ADHS-Spektrum ohne PDA zweifelsohne profitieren können. Man wünscht sich sehr, dass bei einer zweiten Auflage mehr auf PDA eingegangen wird; dazu braucht es im Prinzip nicht viel, nur ein paar Hinweise bei gewissen Ratschlägen, dass diese für (dysregulierte) Kinder mit PDA nicht zu empfehlen sind und vielleicht separate Ratschläge für diese in einer jeweiligen Fussnote.
Judith Holofernes: Hummelhirn. Kiepenheuer & Witsch 2026.
304 Seiten
Zu ADHS
Autobiografie

Judith Holofernes, die Sängerin und Texteschreiberin der Band „Wir sind Helden“ war, hat ein autobiografisches Buch über ihre Kindheit und Jugend geschrieben, in das auch immer wieder Querverbindungen zu Zeitabschnitten in ihrem Erwachsenenleben sowie zu ihrem aktuellen Leben gemacht werden, in dem sie die ADHS-Diagnose erhalten hat. Dies schreibt sie in ihrem Buch zwar nicht explizit, doch in den Medien ist das inzwischen überall verbreitet, so dass wir es auch hier nicht verheimlichen – obwohl die Begründung der Autorin, das im Buch nicht offenzulegen, wunderbar ist: es solle kein Buch über ADHS werden, sondern eines für alle Kinder, die irgendwie „anders“ sind, und wohl auch für alle spätdiagnostizierten neurodivergenten Leute, die sich damit identifizieren können, ihr Leben lang „anders“ gewesen zu sein und sich womöglich angepasst zu haben. Schon beim wundervollen Einstieg in dieses literarisch sehr gut geschriebenen Buch wird „Neurodiversitäts-affinen“ Leser:innen klar, dass es hier um Anpassung oder Masking geht: „Ich wünschte, ich hätte mich schon vorher gekannt. Also, bevor ich beschlossen habe, nett zu sein, meine ich.“ Dieses Motiv des (versuchten) Nett-Seins zieht sich durchs ganze Buch, das mit ungemein vielen (wiedererkennbaren) Themen aufwartet und die Lebensgeschichte so authentisch, kurzweilig, witzig, aber auch tiefgründig erzählt, dass man das Buch nicht zur Seite legen kann. Eine absolute Empfehlung für alle, die sich für Neurodivergenz interessieren und gute Literatur mögen.
Alfie Kohn: Liebe und Eigenständigkeit. Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung. Aus dem amerikanischen Englisch von Cordula Kolarik. Arbor Verlag 2010.
298 Seiten
Zu Neurodiversität
Ratgeber & Fachbuch
Thema Haltung in der
Erziehung/Begleitung

Dieses Buch handelt zwar explizit von Neurodiversität, aber es darf in der Literatur für Eltern von Kindern mit PDA absolut nicht fehlen, weil es im Prinzip eben doch von Neurodiversität handelt: es richtet sich an alle Eltern und zeigt eine Haltung in der Begleitung von Kindern auf, die für jegliche neurologischen Ausprägungen, neurotypisch oder neurodivergent, unbedingt zu empfehlen ist. Weil dieses Buch nicht, wie üblicherweise in Ratbüchern, konkrete Ratschläge gibt, was man in dieser oder jener Situation tun soll, sondern erklärt, wieso die „richtige Haltung“ ausschlaggebend ist, ist es eben auch und besonders für die Begleitung von Kindern mit PDA sehr geeignet. Denn wie wir alle wissen, greifen hier die „herkömmlichen Erziehungsmethoden“ nicht (und Kohn erklärt in diesem Buch, warum diese für kein Kind gut sind). Das Besondere an diesem Buch ist dabei, dass er alles mit Studien untermauert, die belegen, dass Kinder ohne Druck besser lernen, mit einer Begleitung auf Augenhöhe zufriedenere und selbstbestimmtere Erwachsene werden, Strafen (auch sog. Konsequenzen) und Loben kontraproduktiv ist, etc. Eine wunderbare und unbedingt zu empfehlende Lektüre, denn: wenn alle Eltern von Anfang an diese Haltung gegenüber ihren Kindern hätten, würden auch Kinder mit PDA von Anfang an adäquat begleitet.
Amanda Diekman: Low-Demand Parenting: Dropping Demands, Restoring Calm, and Finding Connection With Your Uniquely Wired Child. Jessica Kingsley Publishers 2023.
160 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Amanda Diekman hat aus ihren eigenen Erfahrungen mit ihren drei Kindern und ihrer Transformation vom „herkömmlichen“ Erziehungsstil zu einer Anforderungs- und Erwartungsreduzierten Begleitung der Kinder ein Buch gemacht und damit den Begriff des „Low Demand“ Erziehungsstils für die PDA-Community geprägt.
In den einleitenden Kapiteln wird das PDA-Verhalten als Auslöser für ihre Gedanken genannt, doch bald wird klar, dass dieser Begleitungsstil für alle neurodivergenten, und sogar für alle neurotypischen Kinder gewinnbringend ist. Sehr schön ist, wie sie zunächst genau auseinandernimmt, was eigentlich hinter Anforderungen steckt. Daraufhin nimmt sie die Eltern an die Hand und führt sie Schritt für Schritt durch den Prozess, die Anforderungen offenzulegen, sich genau zu überlegen wozu sie dienen und ob sie wirklich nötig sind, und am Ende eine andere Sicht darauf einzunehmen, um wirklich Veränderung anstoßen zu können. Das tut sie sehr behutsam und mit vielen Erklärungen und Beispielen, was absolut großartig ist. Zwei ausführliche Kapitel werden ganz dem Thema „Medienzeit“ gewidmet, einem Thema, das sehr viele Eltern neurodivergenter Kinder umtreibt. Auch hier: absolut großartig, wie behutsam und verständnisvoll sie die Eltern an die Hand nimmt und es gleichzeitig schafft, ganz deutlich und eingängig zu beschreiben, warum und wie auch hier Anforderungsreduzierung sinnvoll ist. Ein ebenso wichtiges Kapitel dazu, was die Probleme sein könnten (und wie man sie lösen kann), wenn man diesen Begleitungsstil zu zweit als Eltern leben will, sowie ganz praktische Tools und Reflexionsfragen runden dieses wunderbare Buch ab. Uneingeschränkte Empfehlung!
Ruth Fidler & Phil Christie: Can I Tell You about Pathological Demand Avoidance Syndrome? A Guide for Friends, Family and Professionals. Illustrated by Jonathon Powell. Jessica Kingsley Publishers 2015.
56 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die 11jährige Issy schreibt hier in der Ich-Perspektive über sich selbst und wie ihr PDA sich für sie anfühlt. Einer ihrer Freunde hat ebenfalls PDA, verhält sich in vielem aber anders als sie, worüber sie auch berichtet – so kommen mehrere Perspektiven vor und es wird deutlich, dass PDA nicht für alle das gleiche bedeutet. Issy schildert, welche Strategien sie entwickelt hat, um mit PDA umzugehen, erzählt aber auch, womit sie immer noch Mühe hat. Sie berichtet, was für sie eine gute Lehrperson ausmacht und auf welche Weise ihre Eltern am besten mit ihr umgehen sollten. Und am Schluss des Buches bekommen Eltern und Fachleute von den Autor*innen des Buches eine konzise Zusammenfassung dazu, wie man Menschen mit PDA helfen kann. Ein kurzes, eingängiges Buch, das bereits ältere Kinder oder Teenager lesen können, die sich mit Issy (oder ihrem Freund) identifizieren können, das aber auch für Eltern und Fachleute geeignet ist, um aus der Sicht einer Person mit PDA geschildert zu bekommen, wie PDA sich anfühlt.
Harry Thompson & Danielle Jeta-Hall: I’m Not Upside Down I’m Downside Up. Not a Boring Book About PDA. Illustrated by Mollie Sherwin. Jessica Kingsley Publishers 2022.
64 Seiten
Spezifisch zu PDA
9-12 Jahre

Ein ca. 11jähriges Mädchen namens Ariana erzählt vollkommen aus der eigenen Perspektive über ihr Leben als Kind mit PDA. Dabei unterscheidet sich dieses von anderen Büchern, in denen Kinder über ihr PDA erzählen, darin, dass es vollkommen aus der Sicht des Kindes erzählt ist und PDA-Verhaltensweisen deshalb nicht erklärt, sondern in die Geschichte verwoben gezeigt werden. Und die Beweggründe für diese Verhaltensweisen werden nicht durch die Linse von Erwachsenen, die ein Kinderbuch schreiben, sondern wirklich (wie) von einem Kind, das diese Sachen tatsächlich erlebt, geschildert. Man merkt dem Buch an, dass es nicht (nur) von jemandem geschrieben wurde, der:die Kindern kindgerecht mit einer Geschichte PDA erklären will (was selbstverständlich auch toll ist), sondern von einer Person, die selbst Autist ist und PDA hat und sich noch an die eigenen Gedanken aus der Kindheit erinnert. Arianas Geschichte ist sehr zu empfehlen, wenn man wirklich in den Kopf eines Kindes mit PDA blicken und die Welt mit seinen Augen sehen will.
(Fun Fact: Die Illustratorin Mollie Sherwin, die dieses Buch mit nur 15 Jahren illustriert hat, ist die beschriebene Tochter im Buch „Pathological Demand Avoidance Syndrome. My Daughter is not Naughty“ von Jane Alison Sherwin.)
Ethan Knight: The PDA Effect. An Autistic Teenager’s Guide to Understanding Demand Avoidance. Frami Books 2025.
113 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografischer
Ratgeber

Ethan Knight war 18 Jahre alt, als er dieses Buch geschrieben hat – es ist somit ein authentischer Bericht eines Teenagers darüber, wie es sich anfühlt, PDA zu haben. Er beschreibt seine Blockaden bei Anforderungen, dass er Kontrolle braucht, damit er nicht in Angst/Panik (Anxiety) verfällt, und wie schwer es ihm fällt, dass er manchmal sogar Dinge, auf die er sich gefreut hatte, nicht tun kann. Das Buch beschreibt in diversen Kapiteln, wie PDA das Leben eines Teenagers beeinflusst: Lernen, Freundschaft und Sozialleben. Andere Kapitel erklären seine Schwierigkeiten: Reizüberflutung, Masking und Burnout. Und schließlich lässt Knight die Leser:innen sehr ausführlich wissen, was sie tun können, um zu helfen: Unterstützungsstrategien, Hilfeangebote und auch ganz einfach, wie man sich im Alltag einem Menschen mit PDA gegenüber verhalten sollte, damit er sich sicher fühlt. Ein Buch, das Eltern von Teenagern mit PDA hilft, diese besser zu verstehen und ihnen adäquat zu helfen.
Libby Hill: Born naughty? Decoding PDA. A decade of discovery in practice. Independently published 2025.
295 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Libby Hill ist eine Sprachtherapeutin und wirkte von 2013-2014 in der Serie „Born Naughty?“ des englischen Senders Channel 4 mit. Dort begleitete sie zusammen mit anderen Expert:innen Familien mit „verhaltensauffälligen“ Kindern, merkte bald, dass diese Kinder massiv missverstanden wurden und kam schon damals zur Schlussfolgerung, dass bei fast all diesen Kindern eine oder mehrere Neurodivergenzen vorhanden war(en). So entdeckte sie auch PDA, und seitdem hat sie als Sprachtherapeutin sehr viele Kinder mit PDA begleitet. Die Beschreibungen dieser Kinder werden immer wieder ins Buch eingestreut, was es sehr kurzweilig und authentisch macht. Das Besondere an diesem Ratgeber ist, dass er aus der Sicht einer Therapeutin geschrieben ist, die neben Erkenntnissen aus der Forschung vor allem eigene Erfahrungen und eigenes Fachwissen einfließen lässt. Dadurch wartet es mit interessanten Erkenntnissen auf, die man in vielen anderen Ratgebern nicht findet, da diese sich oft auf die allgemein bekannten Informationen zu PDA stützen und diese wiedergeben. Ihr Fokus als Sprachtherapeutin liegt auf den kommunikativen Aspekten wie Mutismus, soziale Kommunikation etc. Und sie ergänzt, dass es für ein Verständnis von Kindern mit PDA ein multidisziplinäres Team braucht. Weitere Kapitel zu PDA bei Teenagern, zur Suche nach der richtigen Schule für Kinder mit PDA oder zur Zusammenarbeit zwischen Therapeut:innen und Eltern zeigen deutlich, wie viel fundiertes und praxiserprobtes Wissen Libby Hill hat. Im letzten Teil folgen sehr interessante Fallbeispiele. Ein sehr empfehlenswertes Buch vor allem für Therapeut:innen, aber auch für Eltern in Bezug auf die Therapiesuche für ihre Kinder.
Phil Christie, Margaret Duncan, Zara Healy & Ruth Fidler: Understanding Pathological Demand Avoidance Syndrome in Children: A Guide for Parents, Teachers and Other Professionals. Jessica Kingsley Publishers 2011.
208 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Dieser Ratgeber für Eltern und Lehrpersonen war der erste seiner Art. Phil Christie hat mit Elizabeth Newson, die die PDA-Symptome als Erste als spezifisches Cluster beschrieben hat, zusammengearbeitet und hier mit seinen Co-Autorinnen einen umfassenden Ratgeber geschaffen, der auch heute, 15 Jahre nach Erscheinen, eine gewisse Aktualität hat. Interessant ist vor allem, dass Christie et al. PDA, so wie Newson selbst, eigentlich nicht als Autismus-Profil ansahen. Dennoch beschreiben auch sie, wie so viele Ratgeber danach, PDA vor allem vor der Folie von Autismus, indem sie Gemeinsamkeiten mit und Abweichungen von „herkömmlichem“ Autismus darstellen. Darüber hinaus vermisst man hier eine neuroaffirmative Haltung; Defizite von Kindern mit PDA werden unhinterfragt aus neurotypischer Sicht beschrieben. Auch steckt in einigen Beschreibungen noch ein Rest von „herkömmlicher“ Erziehungsauffassung. Andererseits fällt der „frische“, originale Blick auf PDA-Verhaltensweisen auf, die noch nicht reduziert sind auf diejenigen, die später durch den EDA-Q und Definitionen der PDA Society später definiert werden, und die in fast allen Ratgebern zu PDA wiederholt werden. Alles in allem ist dieses Buch in vielen Punkten immer noch sehr akkurat, jedoch empfiehlt es sich, auf jeden Fall auch noch aktuellere Erkenntnisse zu PDA und Neuroaffirmativität mit einzubeziehen in die Lektüre.
Kathy Hoopmann: All about PDA. An Insight into Pathological Demand Avoidance. John Murray 2024.
80 Seiten. Fester Einband
Spezifisch zu PDA
Ratgeber als
Fotobuch

Dieses Fotobuch eignet sich für Menschen, die Tierfotos mögen und vielleicht lieber kurze Texte lesen als lange Bücher. Auf jeder Seite findet sich hier ein großes Foto eines Tieres oder einer Tierszene, und ein nur wenige Zeilen langer Text zu einem spezifischen Aspekt von PDA. Die Texte sind zwar kurz, fangen aber sehr präzise und nachvollziehbar ein, was PDA ist, wie Menschen mit PDA sich fühlen und was sie brauchen. Die Fotos sind sehr passend ausgewählt und teilweise auch sehr unterhaltsam, weil die Tiere zuweilen Sprech- oder Denkblasen haben, um einen Punkt zu verdeutlichen. Ein kurzweiliges Buch, das gleichzeitig sehr viele nützliche Informationen enthält und sich auch als Geschenk eignet für Leute, die sich einen konzisen, humorvollen aber dennoch sehr nützlichen Einstieg in das Thema PDA wünschen oder die das benötigen.
Ruth Fidler & Julia Daunt: Being Julia – A Personal Account of Living with Pathological Demand Avoidance. Jessica Kingsley Publishers 2021.
189 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografie

Die Britin Julia Daunt wurde 1995 mit 12 Jahren von Elizabeth Newson, die den Verhaltenskomplex PDA als Erste beschrieben hat, diagnostiziert. Als Erwachsene schrieb sie dann, zusammen mit Ruth Fidler, einer ehemaligen Mitarbeiterin bei Newson und heute selbständiger Beraterin für Schulen bzgl. Schüler:innen mit besonderen Bedürfnissen, dieses Buch über ihr Leben und ihre Erfahrungen rund um PDA. Diese Zusammenarbeit wir in der Einleitung auch beschrieben und ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie auch für Menschen mit PDA etwas gelingen kann, was sie selbst zunächst für unerreichbar halten, wenn man nur flexibel genug ist und sich auf Arbeitsweisen „out of the box“ einlässt. Das Buch ist als Ratgeber aufgebaut, beginnend mit „What is PDA“ und mit weiteren Kapiteln zu „Sensory Differences“, „Language and Communication“ oder „Meltdowns“. Jedoch sind alle Kapitel sehr stark autobiografisch geprägt, d.h. Julia Daunt beschreibt, wie sie diese Herausforderungen erlebt und gemeistert hat und erzählt dabei im verlauf des ganzen Buches ihr Leben. Es ist daher viel eher eine Autobiografie, in der man sehr vieles über PDA lernen kann. Daunt hat durch ihre Mehrfachdiagnosen ein sehr stark ausgeprägtes PDA-Verhalten, und es ist sehr interessant, von einer Erwachsenen zu erfahren, wie sie damit aufgewachsen ist und jetzt lebt. Ein Kapitel wurde von ihrem Partner geschrieben, was eine weitere sehr interessante Perspektive hinzufügt.
Sally Cat: Calendar Girl. Part One: Me Aged 0 to 8. The Memoirs of a PDA Child in a Dysfunctional Family. Self Published 2022.
125 Seiten.
Spezifisch zu PDA
Autobiografie

Sally Cat, eine britische, bekannte Interessensvertreterin für Menschen mit PDA, selber Erwachsene mit Autismus, ADHS und diverser anderer Neurodivergenzen, sowie dem PDA-Profil, beschreibt in diesem Buch die ersten acht Jahre ihres Lebens. Sie hat ein außergewöhnliches, fotografisches Gedächtnis und erinnert sich bereits an Ereignisse aus ihrer frühesten Kindheit, die sie hier erzählt. Egal, wie genau diese Erinnerungen sein können: es geht v.a. um die Gefühle, die die kleine Sally empfindet; wie sie nicht versteht, warum sie getadelt wird, warum sie nicht weiß, wie sie sich verhalten soll, obwohl alle anderen das zu wissen scheinen, wie schrecklich sie gewisse Esswaren findet, wie sie nicht versteht, dass die Erwachsenen sie nicht begreifen, etc. – eine neurodivergente Wahrnehmung und PDA-Verhaltensweisen werden schon in ihrer frühen Kindheit sichtbar. Ein lohnenswertes Buch für Eltern von Kindern mit PDA, die wissen wollen, wie bereits die ganz kleinen Kinder sich fühlen und worauf man achten sollte.
Danielle Jata-Hall: Black Rainbow: A gripping family drama about PDA the journey to self-discovery and acceptance. Independent Publishing Network 2024.
408 Seiten
Spezifisch zu PDA

Danielle Jata-Hall erzählt in diesem Roman die fiktionalisierte Geschichte ihrer eigenen Familie und des langen Wegs, den sie mit ihrer 6jährigen Tochter mit PDA gegangen ist, um endlich die nötige Hilfe zu bekommen. Die Geschichte spielt in Großbritannien, doch die Ähnlichkeiten mit den Schwierigkeiten und Reaktionen, denen man auch im deutschsprachigen Raum in der Situation begegnet, sind frappant: das Unverständnis der Familie, die der Mutter die Schuld gibt, weil sie nicht konsequent genug sei, der Unwille der Schule, an der eigenen Herangehensweise etwas zu ändern und stattdessen das Kind loswerden zu wollen, die Probleme mit dem Partner, der die gemeinsamen Kinder ganz anders erziehen will, sowie die Erleichterung, der Light-Bulb-Moment, als die Mutter PDA entdeckt, und dann die bittere Erkenntnis, dass sie auch dann noch weiterkämpfen muss, weil ein Teil Gesellschaft dies nicht akzeptiert. Eltern von Kinder mit PDA werden sich mühelos in (zumindest großen Teilen) der Geschichte wiedererkennen. Die zweifache Mutter Sarah erzählt aus der Ich-Perspektive und merkt, dass sie sich selbst ihr Leben lang angepasst hat, um den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Ihre Tochter Lena versucht manchmal, sich anzupassen, explodiert dann jedoch, wenn alles zu viel wird. Equalizing, schimpfen, schlagen, Meltdown, Shutdown, Weglaufen… alles wird beschrieben. Sehr schön ist die unerschütterliche Liebe der Mutter, die als einzige sieht, dass da mehr dahintersteckt als nur ein „unerzogenes“ Verhalten. Der Roman wartet auch mit einer Liebesgeschichte auf, zeigt die Bedeutung von echter Freundschaft und lässt die Leser:innen auch an der persönlichen Entwicklung von Sarah selbst, die großes Identifikationspotential birgt, teilhaben.
Linda K. Murphy: Declarative Language Handbook: Using a Thoughtful Language Style to Help Kids with Social Learning Challenges Feel Competent, Connected, and Understood. Self Published 2020.
129 Seiten
Zu Schwierigkeiten bei
sozialer Kommunikation
Fachbuch & Ratgeber

Linda K. Murphy ist Sprachtherapeutin/Logopädin und arbeitet als Elterncoach und beziehungsfokussierte Therapeutin im Bereich Autismus. Dieses Buch ist ein Fach- und Ratgeberbuch für alle, die Kinder mit sozialen Lernschwierigkeiten begleiten. Darunter fällt auch Autismus, doch das Buch ist nicht auf Autismus und nicht einmal auf Neurodivergenz ausgelegt, sondern auf alle Kinder mit Herausforderungen in sozialer Kompetenz und sozialen Beziehungen. Und es ist auch hervorragend geeignet für die Begleitung von Kindern mit PDA. Das Buch ist einerseits eine umfassende Beschreibung, Herleitung und Erklärung des Konzepts der Deklarativen Sprache, und andererseits eine sehr genaue, eingängige Einführung und Anleitung zum Anwenden dieser Sprache im Umgang mit den Kindern, mit vielen Beispielen und Tipps.
Kurz gesagt: Wenn man deklarative Sprache anwendet, beschreibt man Situationen, die dazu führen können, dass das Kind aus eigenem Antrieb eine Handlung folgen lässt, anstatt das Kind direkt zur Handlung aufzufordern. Gerade bei Kindern mit PDA ist dies immens wertvoll, weil sie auf diese Weise die Kontrolle darüber behalten können, ob sie eine Handlung ausführen, und darüber hinaus sogar dazu ermuntert werden, selbst auf die mögliche Handlung zu kommen. Beispielsweise: „Schau, die Kinder stellen sich dort für XX an.“ – Das Kind sieht das nun und überlegt selbst, ob es auch anstehen möchte oder nicht, und wenn ja, entscheidet es selbstbestimmt, dass es das tut. So bleibt das fragile Nervensystem des Kindes konstant in sicherem Zustand, was nicht der Fall wäre, wenn man sagen würde „Stell dich bitte auch mit den anderen Kindern dort an.“ Wichtig ist jedoch: die deklarative Sprache darf nicht mit dem Hintergedanken eingesetzt werden, Kinder zu etwas zu bringen. Besonders bei Kindern mit PDA muss absolut akzeptiert werden, wenn sie sich nicht zur Handlung entscheiden. Wenn dies berücksichtigt wird, hat man mit diesem Buch ein wunderbares und nützliches Tool zur Hand, um Kinder mit PDA zu unterstützen und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.
Jane Alison Sherwin: Pathological Demand Avoidance Syndrome – My Daughter is Not Naughty. Jessica Kingsley Publishers 2015.
328 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografischer
Ratgeber

Mollie Sherwin, die Tochter mit PDA, über die hier berichtet wird, wurde 2011 mit 7 Jahren mit Autismus und PDA diagnostiziert, und zwar im Elizabeth Newson Centre, das von Prof. Newson, die PDA als erstes als eigenen Verhaltenskomplex beschrieben hat, gegründet worden war. Mollies Mutter Jane Alison Sherwin beschreibt in diesem Buch den Weg zur Diagnose und die Jahre danach. Zum Zeitpunkt der Publikation des Buches war Mollie allerdings erst 10 Jahre alt. Was die Beschreibungen des Verhaltens und die Strategien, wie damit umgegangen werden kann betrifft, ist das Buch somit eher für Eltern von jüngeren Kindern geeignet. Für diese kann das Buch ein wahrer Schatz an nützlichen Informationen sein, besonders, aber nicht nur, bei externalisierenden Kindern. Alison beschreibt ihre Strategien sehr detailliert und stützt sie immer mit den Beschreibungen zu Mollie ab. Zwischendurch beschreibt auch Mollie in ihren eigenen Worten, wie sie sich fühlt und was sie sich wünscht. Den Kapiteln mit den Beschreibungen zu Mollies Leben bis 10jährig folgen einige Kapitel, die wiederum für sehr viele Familien mit PDA-Kindern zentral sind: Geschwisterdynamik, Entdeckung der eigenen Neurodivergenz, mentale Gesundheit der Mutter und wie das Umfeld eine Familie mit PDA-Kind unterstützen kann. Insgesamt eine sehr interessante Lektüre mit vielen nützlichen Details.
Sally Cat (compiled): PDA by PDAers: From Anxiety to Avoidance and Masking to Meltdowns. Jessica Kingsley Publishers 2018.
360 Seiten
Spezifisch zu PDA

„PDA by PDAers“ war das erste Buch, in dem Erwachsene mit PDA über ihr Leben berichteten. Und zwar auf eine ganz besondere Art, die sehr viel Authentizität erzeugt: Sally Cat, eine der ersten Aufklärerinnen über PDA aus Großbritannien, hat selber PDA und ist nach dieser Erkenntnis die Facebook-Gruppe „PDA Support Network“ eingetreten, wo sie sich mit vielen anderen Erwachsenen mit PDA ausgetauscht hat. Daraus ist dann dieses Buch entstanden, in dem diese Konversationen zusammengestellt und abgedruckt sind. Dabei hat Sally Cat diese thematisch geordnet und zu den einzelnen Themenbereichen auch noch Einführungen geschrieben. So ist ein einzigartiger Einblick aus verschiedenen, sehr authentischen Perspektiven zu Themen wie Anxiety, Masking, Impulsivität, Meltdowns, Schule oder Berufsleben entstanden. Die Lektüre ist sehr berreichernd, weil man hier einen direkten Einblick in die ungefilterten Aussagen von Erwachsenen mit PDA zu ihrem Leben, ihren Herausforderungen und auch den positiven Seiten ihrer Neurodivergenz erhält.
Steph Curtis: PDA in the Family: Life After the Lightbulb Moment. Jessica Kingsley Publishers 2024.
240 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografischer
Ratgeber

Steph Curtis und ihr Mann haben zwei Töchter, wovon eine bereits mit 2 Jahren mit Autismus diagnostiziert wurde. Doch diese Diagnose schien nie so recht zu passen – erst als Steph von PDA erfuhr, wusste sie, wieso ihre Tochter ist, wie sie ist. Diese Geschichte ist eine Variante der Geschichte von vielen Tausend Familien mit neurodivergenten Kindern mit PDA-Verhalten. Als Steph ihren „Lightbulb Moment“ hatte, gab es noch nicht viel autobiografisches Material dazu, und so begann sie ihren Blog „Steph’s two Girls“, den sicher einige Eltern mit PDA-Kindern kennen. In „PDA in the Family“ hat sie die Geschichte ihrer Familie bis zum Zeitpunkt, als die Tochter mit PDA 15 Jahre alt ist, festgehalten. Herausgekommen ist eine spannende und gut erzählte Autobiografie einer Mutter über ihr Familienleben, in der sehr viele sich und ihre Familien wiedererkennen werden. Steph geht nicht strikt chronologisch vor, sondern nach Themen wie „Mainstream School“, „Anxiety and Mental Health“, „Sensory Issues“ oder „Siblings“. Auch ihr Mann schreibt ein Kapitel aus der Sicht des Vaters. Man lernt sowohl durch die Beschreibungen des Familienlebens als auch durch die praktischen Tipps, die Steph jedem Kapitel anfügt, vieles über das jeweilige Thema. Ein Buch, das Familien zweifellos hilft, mit „PDA in der Familie“ umzugehen; einerseits durch die Tipps, aber andererseits auch dadurch, dass man miterleben kann, wie es in einer anderen Familie wirklich gelaufen ist.
Michelle Davis: A Practical Parent’s Guide to PDA Autism. Reduce Meltdowns, Navigate Diagnosis & Access School, Insurance, and Financial Ressources to Transform Your Life Now. Brightpath Publishers 2025.
240 Seiten
Spezifisch zu PDA
Autobiografischer
Ratgeber

Michelle Davis ist Expertin für Gesundheitspolitik in den USA sowie Mutter von neurodivergenten Kindern, wovon eines PDA-Verhalten zeigt. Wie der Untertitel schon sagt, handelt es sich hier vor allem um einen „praktischen “ Ratgeber mit vielen spezifischen Aspekten wie Finanzen, Versicherung etc. Diese sind naturgemäß vor allem auf die Vereinigten Staaten ausgerichtet und nehmen viel Raum ein im Buch. Einige andere Kapitel sind jedoch auch allgemein auf Eltern von Kindern mit PDA ausgerichtet. Deutlich wird jedoch, dass es hier tatsächlich vor allem um ganz praktische Tipps geht, und dabei liegt der Fokus einerseits darauf, wie man dem Kind mit PDA-Verhalten helfen kann, sich selbst zu regulieren, und andererseits darauf, wie man Trigger beim Kind erkennt und auf diese reagieren kann, damit es nicht zum PDA-Verhalten kommt. Dies sind v.a. Strategien wie Reize mindern, bei Übergängen begleiten, Auswahl bieten bei einer Anforderung, Routinen ganz langsam einführen oder positive Verstärkung der Bemühungen des Kindes. Während die letzten beiden erfahrungsgemäß nicht nötig oder kontraproduktiv sind, zeigen diese Ansätze insgesamt, dass v.a. auf die Handlungsebene (sowohl des Kindes als auch der Eltern) fokussiert wird, jedoch nicht darauf, die eigene Haltung und die Art des Begleitens insgesamt zu überdenken – was am Ende das einzig Zielführende ist, wenn das Ziel ist, ein Kind mental gesund aufwachsen und zu einem selbstbestimmten Erwachsenen werden zu lassen (statt die Verhaltensweisen des PDA-Kindes möglichst in Schach zu halten). Dieses Buch kann somit nicht empfohlen werden.
Rachel Marks: Saturdays at Noon: An uplifting, emotional and unpredictable page-turner to make you smile. Penguin 2020.
432 Seiten
Spezifisch zu PDA
Roman

Dieser Roman wird aus der Sicht von drei Personen erzählt: abwechslungsweise aus der Sicht des 6jährigen Alfie, seines Vaters Jake, sowie Emily, einer jungen Frau, die Jake und Alfie zu Beginn des Romans bei einem Treffen für „Anger Management“ kennenlernt. Im Verlaufe des Romans wird den Leser:innen deutlich, dass Alfie neurodivergent ist und PDA-Verhalten zeigt, und auch Jake und Emily scheinen nicht neurotypisch zu sein. Im Gegensatz zu Jake, der nicht weiß, wie er mit dem Verhalten seines Sohnes umgehen soll, findet Emily sofort einen Zugang zu Alfie. Der weitere Verlauf soll hier nicht verraten werden.
Was die Lektüre so besonders macht ist, dass sowohl Begleitende von PDA-Kindern als auch Erwachsene mit PDA hier so viele Situationen wiedererkennen; die Fragen, Irritationen und Ängste, die man als Eltern hat, sowie die Verwirrung und das Gefühl des Anders-Seins, dass man als neurodivergenter Erwachsener hat. Das alles bekommt man verpackt in einen gut geschriebenen Roman, in dem man die Figuren liebgewinnt und ihnen alles Glück der Welt wünscht. Eine sehr schöne Lektüre, wenn man statt eines Ratgebers mal wieder einen Roman lesen will, und zwar einen, bei dem man sich mit den Figuren identifizieren kann, da man darin vieles aus seinem eigenen Leben wiederfindet.
Eliza Fricker: The Family Experience of PDA: An Illustrated Guide to Pathological Demand Avoidance. Jessica Kingsley Publishers 2021.
144 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die Illustratorin Eliza Fricker, die für Laura Kerbey eine Anzahl an Büchern zu PDA illustriert hat, hat in diesem Buch sowohl den Text verfasst als auch die Illustrationen dazu gezeichnet. Wie immer vermag sie mit ihren Bildern die Nuancen der Stimmungen von Kindern mit PDA und auch deren Eltern sehr genau wiederzugeben, und der Text zeigt eindrücklich, dass Eliza dies alles selbst erlebt hat und deshalb sehr authentisch und wiedererkennbar beschreiben kann. Eltern mit einem Kind mit PDA können hier anhand verschiedenster Situationen, die zuhause auftreten, lernen wieso ihr Kind sich so verhält und wie sie darauf reagieren können/sollten.
Leider hat das Buch kein Kapitel zu den Geschwistern, doch dies wurde von Kirbey und Fricker zum Glück sehr gut in einem anderen Buch ausführlich abgedeckt („The Kids‘ Simple Guide to PDA“).
Sally Cat & Brook Madera: The Insider Guide to PDA. Jessica Kingsley Publishers 2026.
160 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber von
Erwachsenen mit PDA

„The Insider Guide to PDA“ ist ein Ratgeber zu PDA der besonderen Art: er wurde geschrieben von zwei Erwachsenen, die selber neurodivergent sind und PDA haben. Sally Cat ist eine sehr bekannte britische Autorin, die sich für die Aufklärung zu PDA einsetzt, und Brook Madeira ist eine amerikanische Autorin, Bloggerin und Podcasterin, die sich ebenfalls stark für die „PDA-Sache“ einsetzt. Die beiden wissen ganz genau, worüber sie reden, und das macht dieses Buch so wertvoll und interessant. Man erfährt Sachen, die man selbst als langjährige Begleitung eines Kindes mit PDA noch nicht wusste, und die auch für andere Erwachsene mit PDA interessant sein können, weil sie in den „üblichen“ Ratgebern zu PDA meist nicht vorkommen. Da die beiden Autor:innen selbst so viel Wissen und eigene Erfahrung, sowie auch ein großes Netzwerk an Bekannten mit PDA haben, haben wir hier unglaublich viele Aspekte des Lebens mit PDA aus erster Hand. Das Buch ist gut strukturiert und sehr flüßig lesbar – und es ist auch als Hörbuch erhältlich. Schon bei der Auflistung dessen, was PDA-Merkmale sind, finden wir die Überschrift „Warum die herkömmliche (traditional) Liste von PDA Merkmalen nicht vollständig ist“. Hier werden Eltern von Kindern mit PDA sowie sicher auch Erwachsene PDAer:innen an vielen Stellen nicken und sich freuen, etwas, was auch bei ihnen zutrifft, nun endlich mal in einem Buch zu PDA zu lesen. Sehr zu empfehlen!
Laura Kerbey: The Parents’ and Professionals’ Simple Guide to PDA. Illustrated by Eliza Fricker. Jessica Kingsley Publishers 2025.
112 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die Autorin Laura Kerbey und die Illustratorin Eliza Fricker haben schon mehrere Bücher zu PDA zusammen veröffentlicht, und auch in diesem kompakten Ratgeber für Eltern und Fachpersonen, die Kinder mit PDA begleiten, zeigen Texte und Illustrationen deutlich, dass die beiden sehr viel von PDA verstehen. Die Texte geben kurz und knapp, aber exakt wieder, was PDA ist, erklären die Anxiety des Kindes, was für eine Unterstützung es braucht, welche Anpassungen man machen kann und sollte, und wie man zu sich selbst und seiner Familie schauen kann, auch in Krisensituationen. Für viele Eltern wird diese Einführung sehr nützlich sein, und auch Fachleute können dadurch besser verstehen, was ein Kind mit PDA fühlt und braucht. Für Lehrpersonen gibt es ein spezifisches Kapitel mit nützlichen Informationen und Tipps, und am Schluss findet sich ein Kapitel für Leute in Arztpraxen, Friseursalons oder Krankenhäusern, die mit Kindern mit PDA interagieren. Diese wenigen Seiten können Eltern auch an diese Leute abgeben, um ihnen zu verdeutlichen, wie mit einem Kind mit PDA umgegangen werden sollte. Eine sehr praktische, nützliche Einführung!
Harry Thompson: The PDA Paradox: The Highs and Lows of My Life on a Little-known Part of the Autism Spectrum. Jessica Kingsley Publishers 2019.
184 Seiten
Spezifisch zu PDA

Dieses Buch wurde 2019 geschrieben, als PDA im deutschsprachigen Gebiet noch nahezu unbekannt war und sogar in Großbritannien „little known“ war. Harry Thompson war einer der ersten Leute mit PDA, der aus der Erwachsenen-Perspektive drüber schrieb. In „PDA Paradox“ erzählt er über sein Leben mit PDA. Er greift dabei auch auf, was laut „offizieller“ Seite PDA sein soll, fügt dann aber an, dass auf persönlicher Ebene einiges mehr dazugehört und einiges auch nicht zutrifft – ein Aufruf zur Individualisierung bei der Betrachtung von Menschen mit PDA, die ohne Kategorien-Denken auskommen sollte. Harry Thompson ist ein radikal ehrlicher und manchmal auch konfrontierender Mensch, der sich dessen jedoch auch bewusst ist und darüber reflektiert. Dies macht aus dem Buch einen erfrischend ehrlichen Lebensbericht, in dem man viel über PDA erfährt.
[Diese Beschreibung bezieht sich ausschließlich auf das Buch selbst und lässt die Rechtsstreitereien, die später im Zusammenhang mit dem Autor entstanden, und die man selber nachlesen möge wenn man denn will, bewusst außer Acht.]
Stacey Freeman: Understanding PDA: For Kids & Grown Ups. Independently published 2023.
79 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Dieses Büchlein soll laut Titel eine Mischung aus Kinderbuch und Ratgeber für Erwachsene sein. Es präsentiert sich eher als Kinderbuch, doch v.a. Erwachsene, die PDA (noch) nicht verstehen, können ebenfalls davon profitieren. Der kleine Ethan (Vorschulalter), der PDA hat, erzählt aus der Ich-Perspektive über sich, seine Eigenheiten, Reaktionen und Gefühle und führt jeweils aus, wie Erwachsene ihm diese „PDA-Gefühle“ erklärt haben – auch das jedoch sehr kindgerecht. Es ist ausführlicher als die meisten anderen Kinderbücher zu PDA und stellt nach der Einleitung einen Tag mit Ethans Onkel dar, wobei klar wird, dass dieser PDA nicht versteht, Ethans Eltern aber schon. Die nicht hilfreichen Reaktionen von vielen Leuten, die PDA nicht verstehen, kennen sicher alle Kinder mit PDA, und hier wird (den Erwachsenen) erklärt, was diese im Kind auslösen und wie sie richtig reagieren sollten – nämlich so wie die Eltern, und nicht so wie der Onkel. Das Buch eignet sich also tatsächlich sehr gut sowohl für Kinder, die sich mit Ethan identifizieren können, als auch für Erwachsene, die (noch) nicht wissen, wie sie adäquat mit Kindern mit PDA umgehen können.
Alice Running: We Need to Talk about Autism and Parent-Carer Blame: A Resource for Parent-Carers of Autistic Young People and Associated Professionals. Jessica Kingsley Publishers 2026.
192 Seiten

Die britische Autorin Alice Running ist in der „PDA-Bubble“ bekannt als eine der ersten, die im Jahr 2022, inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, einen Ratgeber für Eltern von Kindern mit PDA geschrieben hat, „Helping Your Child with PDA Lead a Happier Life“, das auch auf Deutsch veröffentlicht wurde. Vier Jahre später hat sie nun ein weiteres Buch veröffneltich zu einem Thema, das sicher alle Familien mit PDA-Kindern kennen: Die „Parent-Blame“, die „Schuldzuweisung an die Eltern“. Sie untersucht dieses Thema spezifisch aus der Perspektive von Eltern mit neurodivergenten Kindern (mit oder ohne PDA), weil sie das mit ihren beiden Söhnen auch erlebt hat. Einer ihrer Söhne ist autistisch, der andere autistisch mit PDA-Profil. Sie beschreibt, wie sie immer wieder von Familienmitgliedern und Freund:innen, aber auch von Leuten im System wie Behörden, Schulleitungen und Lehrer:innen beschuldigt wurde, das Verhalten des Kindes selbst auszulösen durch die Art ihres Umgang mit diesem. Sie beschreibt dies sehr nachvollziehbar und stellt auch Lösungsansätze vor. Interessant ist für Eltern von Kindern mit PDA, dass sie beschreibt, wie sich die Form und Intensität der Schuldzuweisung unterscheidet beim autistischen Sohn gegenüber dem autistischen Sohn mit PDA. Eine lohnenswerte Lektüre!
Naomi Fisher & Eliza Fricker: The Teenager’s Guide to Burnout: Finding the Road to Recovery. Robinson 2024.
176 Seiten
Ratgeber
Thema Burnout

Naomi Fisher erklärt in diesem Buch sehr nachvollziehbar und eingängig, wie Burnout bei Jugendlichen entsteht und wie diese den Weg aus dem Burnout finden können. Das Buch richtet sich direkt an die Jugendlichen, doch auch Eltern, deren (neurodivergente) Kinder sich kurz vor oder in einem Burnout befinden, hilft das Buch, ihre Kinder zu verstehen sowie diese im und aus dem Burnout hinaus adäquat zu begleiten. Die vielen Illustrationen von Eliza Fricker und die ansprechenden Textdarstellungen tragen dazu bei, dass das Buch auch für Leute, die nicht einwandfrei Englisch lesen können, gut lesbar und verständlich ist. Bemerkenswert ist, dass Fisher und Fricker, selbst Mütter von neurodivergenten Kindern, die Begriffe Autismus, PDA oder gar Neurodivergenz gar nie erwähnen – trotzdem ist es natürlich für Kinder mit all diesen neurologischen Ausprägungen gedacht und bestens geeignet.
Dr. med. Nicole Agathe Chou-Knecht & Elisabeth Carl: PDA – anders autistisch? Antworten zum Pathological Demand Avoidance Syndrom für Fachpersonen und Familien. Kirja Verlag 2025.
404 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fachbuch

Nicole Chou und Elisabeth Carl haben, zusammen mit einer Reihe von Gastautor*innen, das erste Fachbuch zu PDA veröffentlicht. Es enthält eine geballte Ladung von Wissen zu PDA aus diversen Perspektiven: Neben PDA-Basiswissen auch PDA aus familiärer, psychiatrischer, pädagogischer und therapeutischer Sicht. Dazu kommen ganz konkrete Tipps zu Hilfestellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ein neues Konzeptualisierungsmodell für PDA als Autismus-Profil. Auch zu Diagnostik und Schule finden sich ganz konkrete Hilfestellungen, die v.a. für Fachpersonen sehr wertvoll sind. Ein umfassendes Buch zu PDA, das sowohl für Eltern als auch für Fachpersonen sehr viel Wertvolles zu bieten hat.
Rike Brand: Neustart PDA. Kinder mit hochsensiblem Nervensystem verstehen und selbstbewusst begleiten. Praxishandbuch für Eltern und Fachpersonen. Selbstverlag 2025.
492 Seiten
Spezifisch zu PDA
Handbuch

Dieses umfassende Handbuch zu PDA für Eltern ist auch bestens für Fachleute geeignet. Von den ersten möglichen Hinweisen auf PDA über die Diagnostik, das (Familien-)leben mit PDA, einem eventuellen Burnout bis hin zum Weg aus diesem hinaus beschreibt Rike Brand die Schwierigkeiten, zeigt aber vor allem mögliche Lösungen auf. Sie geht bei jedem Schritt gründlich auf alle wichtigen Aspekte ein und gibt wertvolle Tipps zum Navigieren der Reise. Dies immer untermauert mit evidenzbasiertem Wissen aus Literatur und Forschung, vor allem aber aus dem Erfahrungsschatz von 32 Familien mit Kindern mit PDA-Profil, die Rike Brand interviewt hat. „Neustart PDA“ ist ein Nachschlagewerk zum immer wieder Rat holen für alle, die mit PDA zu tun haben.
Clare Truman: The Teacher’s Introduction to Pathological Demand Avoidance: Essential Strategies for the Classroom. Jessica Kingsley Publishers 2021.
176 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fachbuch & Ratgeber

Clare Truman ist Bildungsberaterin und Pädagogin für Förderschulen und arbeitet inzwischen als pädagogische Beraterin für Schulen und Eltern, indem sie Material für schulabstinente Kinder mit PDA bereitstellt. In dieser Einführung für Lehrpersonen in das Thema PDA erklärt sie PDA, beschreibt, was diese Kinder brauchen und stellt Strategien vor, die man als Lehrperson anwenden kann. Bei ihren Beschreibungen wird mehr als bei anderen Ratgebern deutlich, dass diese Kinder oft nicht reguliert sind und man als Lehrperson auch mit Abweisung und Abstinenz rechnen muss. Sie plädiert für eine Akzeptanz dieser Situation und Verständnis für das Kind. Eine sehr schöne Hilfe für Lehrpersonen und Schulleiter:innen, die PDA wirklich verstehen und den Schüler:innen wirklich helfen wollen.
Laura Kerbey: The Educator’s Experience of Pathological Demand Avoidance. An Illustrated Guide to Pathological Demand Avoidance and Learning. Illustrated by Eliza Fricker. Jessica Kingsley Publishers 2023.
128 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Laura Kerbey und Eliza Fricker sind aus langjähriger eigener Erfahrung Expertinnen für PDA und veröffentlichen immer wieder schön illustrierte und meist knapp gehaltene Bücher darüber. Dieses Buch richtet sich spezifisch an Lehrpersonen, Pädagogen und Schulen, um ihnen kurz und knapp, aber dennoch sehr präzise, auch durch die anschaulichen Illustrationen, zu erklären, was PDA ist, wie Schüler:innen mit PDA sich fühlen und was sie brauchen. Sie stellen – teilweise auch sehr originelle – Strategien vor und ermuntern die Lehrpersonen zu out-of-the-Box denken. Ein sehr kurzweiliges Buch für Pädagog:innen, die sich auf die Welt ihrer Schüler:innen mit PDA einlassen und ihnen helfen wollen.
Ruth Fidler & Phil Christie: Collaborative Approaches to Learning for Pupils with PDA: Strategies for Education Professionals. Jessica Kingsley Publishers 2018.
178 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Ruth Fidler und Phil Christie haben beide am Elizabeth Newson Centre mit der Professorin gearbeitet, die den Begriff PDA geprägt und die Verhaltensweisen zum ersten Mal beschrieben hat. Dieses Buch für Lehrperson wurde bereits 2018 geschrieben. Es beinhaltet neben einer Einführung darin, was PDA ist und wie Kinder mit PDA fühlen und agieren, vor allem Strategien, wie man das Kind in die Schulklasse integrieren kann, damit es mitlernt. Die Strategien sind sehr gut und wichtig, und sie werden immer sehr anschaulich mit Beispielen aus der Praxis erklärt und untermauert. Es ist jedoch zu beachten, dass es hier zu sehr dysregulierten und schulabstinenten Kindern – ganz abgesehen von Kindern im Burnout – kaum Hinweise gibt, denn hier von regulierten Schüler:innen mit PDA ausgegangen, bei denen bereits im Elternhaus die Rahmenbedingungen angepasst wurden und die selber gerne in die Schule gehen wollen. Für diese Kinder sind jedoch diese Strategien ausgezeichnet, und v.a. ist es natürlich wunderbar, wenn Lehrpersonen sich auf dieses Thema einlassen.
Linda K. Murphy: Declarative Language Handbook: Using a Thoughtful Language Style to Help Kids with Social Learning Challenges Feel Competent, Connected, and Understood. Self Published 2020.
129 Seiten
Zu Schwierigkeiten bei
sozialer Kommunikation
Fachbuch & Ratgeber

Linda K. Murphy ist Sprachtherapeutin/Logopädin und arbeitet als Elterncoach und beziehungsfokussierte Therapeutin im Bereich Autismus. Dieses Buch ist ein Fach- und Ratgeberbuch für alle, die Kinder mit sozialen Lernschwierigkeiten begleiten. Darunter fällt auch Autismus, doch das Buch ist nicht auf Autismus und nicht einmal auf Neurodivergenz ausgelegt, sondern auf alle Kinder mit Herausforderungen in sozialer Kompetenz und sozialen Beziehungen. Und es ist auch hervorragend geeignet für die Begleitung von Kindern mit PDA. Das Buch ist einerseits eine umfassende Beschreibung, Herleitung und Erklärung des Konzepts der Deklarativen Sprache, und andererseits eine sehr genaue, eingängige Einführung und Anleitung zum Anwenden dieser Sprache im Umgang mit diesen Kindern, mit vielen Beispielen und Tipps.
Kurz gesagt: Wenn man deklarative Sprache anwendet, beschreibt man Situationen, die dazu führen können, dass das Kind aus eigenem Antrieb eine Handlung folgen lässt, anstatt das Kind direkt zur Handlung aufzufordern. Gerade bei Kindern mit PDA ist dies immens wertvoll, weil sie auf diese Weise die Kontrolle darüber behalten können, ob sie eine Handlung ausführen, und darüber hinaus sogar dazu ermuntert werden, selbst auf die mögliche Handlung zu kommen. Beispielsweise: „Schau, die Kinder stellen sich dort für XX an.“ – Das Kind sieht das nun und überlegt selbst, ob es auch anstehen möchte oder nicht, und wenn ja, entscheidet es selbstbestimmt, dass es das tut. So bleibt das fragile Nervensystem des Kindes konstant in sicherem Zustand, was nicht der Fall wäre, wenn man sagen würde „Stell dich bitte auch mit den anderen Kindern dort an.“ Wichtig ist jedoch: die deklarative Sprache darf nicht mit dem Hintergedanken eingesetzt werden, Kinder zu etwas zu bringen. Besonders bei Kindern mit PDA muss absolut akzeptiert werden, wenn sie sich nicht zur Handlung entscheiden. Wenn dies berücksichtigt wird, hat man mit diesem Buch ein wunderbares und nützliches Tool zur Hand, um Kinder mit PDA zu unterstützen und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.
Rike Brand: Schnellstart PDA. Antworten auf die häufigsten Fragen zum PDA-Profil. Für alle, die Kinder mit PDA begleiten. Selbstverlag 2026.
95 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Rike Brand hat aus ihrem Handbuch „Neustart PDA“ ein kurzes Buch destilliert, das einen schnellen Einstieg in die Materie erlaubt und Leute, die Kinder mit PDA begleiten, konkrete Antworten auf die häufigsten Fragen geben. So können sie innerhalb kurzer Zeit die wichtigsten Eckpunkte zu PDA und dem empfohlenen Umgang mit den Kindern mit PDA erfassen, und v.a. kann Familienmitgliedern, Freund*innen, Schulpersonen, aber auch Fachpersonen, die das Phänomen nicht verstehen oder nicht kennen, und die kein ganzes Handbuch lesen wollen, eine Hilfe in die Hand gedrückt werden, anhand derer sie das PDA-Profil hoffentlich verstehen lernen. Ein solches kurzes Büchlein mit allen wichtigen Antworten zu PDA hat bisher gefehlt – alle, die Kinder mit PDA begleiten, werden froh sein um dieses Buch, in dem man immer wieder schnell Antworten zu den wichtigsten Fragen nachschlagen kann, wenn die Zeit für Tiefe fehlt.
Ruth Fidler & Phil Christie: Can I Tell You about Pathological Demand Avoidance Syndrome? A Guide for Friends, Family and Professionals. Illustrated by Jonathon Powell. Jessica Kingsley Publishers 2015.
56 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die 11jährige Issy schreibt hier in der Ich-Perspektive über sich selbst und wie ihr PDA sich für sie anfühlt. Einer ihrer Freunde hat ebenfalls PDA, verhält sich in vielem aber anders als sie, worüber sie auch berichtet – so kommen mehrere Perspektiven vor und es wird deutlich, dass PDA nicht für alle das gleiche bedeutet. Issy schildert, welche Strategien sie entwickelt hat, um mit PDA umzugehen, erzählt aber auch, womit sie immer noch Mühe hat. Sie berichtet, was für sie eine gute Lehrperson ausmacht und auf welche Weise ihre Eltern am besten mit ihr umgehen sollten. Und am Schluss des Buches bekommen Eltern und Fachleute von den Autor*innen des Buches eine konzise Zusammenfassung dazu, wie man Menschen mit PDA helfen kann. Ein kurzes, eingängiges Buch, das bereits ältere Kinder oder Teenager lesen können, die sich mit Issy (oder ihrem Freund) identifizieren können, das aber auch für Eltern und Fachleute geeignet ist, um aus der Sicht einer Person mit PDA geschildert zu bekommen, wie PDA sich anfühlt.
Sally Cat & Brook Madera: The Insider Guide to PDA. Jessica Kingsley Publishers 2026.
160 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

„The Insider Guide to PDA“ ist ein Ratgeber zu PDA der besonderen Art: er wurde geschrieben von zwei Erwachsenen, die selber neurodivergent sind und PDA haben. Sally Cat ist eine sehr bekannte britische Autorin, die sich für die Aufklärung zu PDA einsetzt, und Brook Madeira ist eine amerikanische Autorin, Bloggerin und Podcasterin, die sich ebenfalls stark für die „PDA-Sache“ einsetzt. Die beiden wissen ganz genau, worüber sie reden, und das macht dieses Buch so wertvoll und interessant. Man erfährt Sachen, die man selbst als langjährige Begleitung eines Kindes mit PDA noch nicht wusste, und die auch für andere Erwachsene mit PDA interessant sein können, weil sie in den „üblichen“ Ratgebern zu PDA meist nicht vorkommen. Da die beiden Autor:innen selbst so viel Wissen und eigene Erfahrung, sowie auch ein großes Netzwerk an Bekannten mit PDA haben, haben wir hier unglaublich viele Aspekte des Lebens mit PDA aus erster Hand. Das Buch ist gut strukturiert und sehr flüßig lesbar – und es ist auch als Hörbuch erhältlich. Schon bei der Auflistung dessen, was PDA-Merkmale sind, finden wir die Überschrift „Warum die herkömmliche (traditional) Liste von PDA Merkmalen nicht vollständig ist“. Hier werden Eltern von Kindern mit PDA sowie sicher auch Erwachsene PDAer:innen an vielen Stellen nicken und sich freuen, etwas, was auch bei ihnen zutrifft, nun endlich mal in einem Buch zu PDA zu lesen. Sehr zu empfehlen!
Laura Kerbey: The Parents’ and Professionals’ Simple Guide to PDA. Illustrated by Eliza Fricker. Jessica Kingsley Publishers 2025.
112 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die Autorin Laura Kerbey und die Illustratorin Eliza Fricker haben schon mehrere Bücher zu PDA zusammen veröffentlicht, und auch in diesem kompakten Ratgeber für Eltern und Fachpersonen, die Kinder mit PDA begleiten, zeigen Texte und Illustrationen deutlich, dass die beiden sehr viel von PDA verstehen. Die Texte geben kurz und knapp, aber exakt wieder, was PDA ist, erklären die Anxiety des Kindes, was für eine Unterstützung es braucht, welche Anpassungen man machen kann und sollte, und wie man zu sich selbst und seiner Familie schauen kann, auch in Krisensituationen. Für viele Eltern wird diese Einführung sehr nützlich sein, und auch Fachleute können dadurch besser verstehen, was ein Kind mit PDA fühlt und braucht. Für Lehrpersonen gibt es ein spezifisches Kapitel mit nützlichen Informationen und Tipps, und am Schluss findet sich ein Kapitel für Leute in Arztpraxen, Friseursalons oder Krankenhäusern, die mit Kindern mit PDA interagieren. Diese wenigen Seiten können Eltern auch an diese Leute abgeben, um ihnen zu verdeutlichen, wie mit einem Kind mit PDA umgegangen werden sollte. Eine sehr praktische, nützliche Einführung!
Thomas Girsberger: Die vielen Farben des Autismus. Spektrum, Ursachen, Diagnose, Therapie und Beratung. 7., aktualisierte Aufl. Kohlhammer 2024.
189 Seiten
Zu Autismus
Kapitel zu PDA
Fachbuch

Der Psychiater Dr. Thomas Girsberger begleitet in seiner Praxis seit Jahrzehnten Autist:innen und publiziert mit viel Fach- und Erfahrungswissen zu Autismus. „Die vielen Farben des Autismus“ ist ein Klassiker der Autismus-Literatur und 2024 bereits in der 7., aktualisierten Auflage erschienen. Girsberger war einer der ersten deutschsprachigen Psychiater, der das Phänomen PDA ernst nahm und in seine Forschung und Praxis mit einbezog. So findet sich denn auch in diesem Buch, unter „Das Konzept der Entwicklungsstörungen“ sowie in den Begriffserklärungen im Anhang (da sogar noch ausführlicher), je ein Eintrag zu PDA. Das Vorkommen von PDA wird dabei nicht infrage gestellt, als Hauptursache des Verhaltens wird Stress genannt, es wird beschrieben, dass PDA bei Kindern oft nicht gut erkannt wird und dass die Eltern deshalb zu Unrecht kritisiert werden, obwohl diese im Gegenteil gerade Unterstützung brauchen, dass Kinder mit PDA oft in der Schule angepasst und zuhause „sehr schwierig“ sind, dass es oft zu Schulverweigerung kommt, und fast am wichtigsten: dass mit Kindern mit PDA pädagogisch anders umgegangen werden muss als mit Kindern mit „nur“ Autismus. Das Buch ist somit eine wichtige Quelle auch für Pädagogen, um sich aus fachlicher Sicht über PDA zu informieren.
Saskia Niechzial: Ein Kopf voll Gold. Was neurodivergente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können. Beltz 2024.
288 Seiten
Zu Neurodivergenz
Kapitel zu PDA
Fachbuch & Ratgeber

Saskia Niechzial, selbst langjährige Grundschullehrkraft und sehr aktiv für Schulthemen in den Sozialen Medien unterwegs („liniert-kariert“), hat ein Buch über neurodivergente Kinder (in der Schule) geschrieben. Sie geht mit einem neuroaffirmativen Blick an das Thema heran und fragt durchwegs, was wir tun können, um diese Kinder zu stärken: was brauchen die Eltern, was brauchen die Kinder im Alltag und vor allem: was brauchen die Kinder in der Schule. Das Buch richtet sich einerseits an Lehrkräfte und beschreibt zum Beispiel, wie man als Lehrperson bei den Eltern ansprechen kann, dass man denkt, ein Kind könnte neurodivergent sein. Und es gibt umfassende Tipps, wie man das Klassenzimmer und die Lernbedingungen so gestalten kann, dass auch neurodivergente Kinder sich wohlfühlen können. Andererseits richtet es sich an Eltern und begleitet sie beispielsweise bei den vielen Fragen, die sie rund um die Diagnostik haben. Zu Beginn stellt Niechzial diverse Neurodivergenzen vor und erwähnt im Kapitel zu Autismus auch PDA. Im Gegensatz zu anderen Büchern zu Neurodivergenz, die erwähnen, dass es PDA gibt, bezieht „Ein Kopf voll Gold“ PDA dann auch in den weiteren Kapiteln mit ein. Insgesamt ist die propagierte Haltung dieses Buches so neuroaffirmativ – und auch durchaus schulkritisch -, dass mit so einer Haltung wohl manches Kind mit PDA tatsächlich langfristig in die Schule gehen könnte.
Alice Running: We Need to Talk about Autism and Parent-Carer Blame: A Resource for Parent-Carers of Autistic Young People and Associated Professionals. Jessica Kingsley Publishers 2026.
192 Seiten
Zu Autismus & PDA
Ratgeber
Thema Eltern-Blaming

Die britische Autorin Alice Running ist in der „PDA-Bubble“ bekannt als eine der ersten, die im Jahr 2022, inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, einen Ratgeber für Eltern von Kindern mit PDA geschrieben hat, „Helping Your Child with PDA Lead a Happier Life“, das auch auf Deutsch veröffentlicht wurde. Vier Jahre später hat sie nun ein weiteres Buch veröffneltich zu einem Thema, das sicher alle Familien mit PDA-Kindern kennen: Die „Parent-Blame“, die „Schuldzuweisung an die Eltern“. Sie untersucht dieses Thema spezifisch aus der Perspektive von Eltern mit neurodivergenten Kindern (mit oder ohne PDA), weil sie das mit ihren beiden Söhnen auch erlebt hat. Einer ihrer Söhne ist autistisch, der andere autistisch mit PDA-Profil. Sie beschreibt, wie sie immer wieder von Familienmitgliedern und Freund:innen, aber auch von Leuten im System wie Behörden, Schulleitungen und Lehrer:innen beschuldigt wurde, das Verhalten des Kindes selbst auszulösen durch die Art ihres Umgang mit diesem. Sie beschreibt dies sehr nachvollziehbar und stellt auch Lösungsansätze vor. Interessant ist für Eltern von Kindern mit PDA, dass sie beschreibt, wie sich die Form und Intensität der Schuldzuweisung unterscheidet beim autistischen Sohn gegenüber dem autistischen Sohn mit PDA. Eine lohnenswerte Lektüre!
Corina Elfe: Kinder, die durchs Raster fallen. Wie neurodivergente Kinder in der Schule leiden und was sich für alle ändern muss. Yes Verlag 2026.
272 Seiten
Zu Neurodivergenz
Fachbuch

Dieses Buch behandelt Schule und Neurodivergenz, insbesondere Autismus und ADHS – obwohl PDA nicht erwähnt wird, ist es auch für alle Eltern und Fachleute, die sich mit PDA beschäftigen, ein absoluter Gewinn. Corina Elfe zeigt auf, wie das heutige Schulsystem strukturell dafür sorgt, dass neurodivergente Schüler:innen stark benachteiligt werden, weil von ihnen Anpassung verlangt und ihr Verhalten mit neurotypischen Maßstäben gemessen wird. Das Scheitern dieser Kinder wird ihnen selbst und ihren Eltern zu Lasten gelegt, während es eigentlich nur aufzeigt, dass das ganze System überfordert ist. Elfe plädiert deshalb für eine Veränderung des Schulsystems und zeigt auf, wie dieses aussieht: neurodivergente Schüler:innen, ihre Verhaltensweisen und ihre Voraussetzungen werden ernst genommen, verstanden und von Anfang an mitgedacht bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Lernen, bei dem sich alle sicher und verstanden fühlen. Dies setzt eine grundlegend neue Haltung sowie ein Verständnis für die Voraussetzungen, die neurodivergente Kinder mitbringen, voraus – egal um welche Neurodivergenz es geht. Elfe weist darauf hin, dass strukturelle Veränderungen nur langfristig erreicht werden können, zeigt aber auch auf, was Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen schon jetzt konkret tun können, um Schule neuroinklusiv zu gestalten.
Dr. med. Nicole Agathe Chou-Knecht & Elisabeth Carl: PDA – anders autistisch? Antworten zum Pathological Demand Avoidance Syndrom für Fachpersonen und Familien. Kirja Verlag 2025.
404 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fachbuch

Nicole Chou und Elisabeth Carl haben, zusammen mit einer Reihe von Gastautor*innen, das erste Fachbuch zu PDA veröffentlicht. Es enthält eine geballte Ladung von Wissen zu PDA aus diversen Perspektiven: Neben PDA-Basiswissen auch PDA aus familiärer, psychiatrischer, pädagogischer und therapeutischer Sicht. Dazu kommen ganz konkrete Tipps zu Hilfestellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ein neues Konzeptualisierungsmodell für PDA als Autismus-Profil. Auch zu Diagnostik und Schule finden sich ganz konkrete Hilfestellungen, die v.a. für Fachpersonen sehr wertvoll sind. Ein umfassendes Buch zu PDA, das sowohl für Eltern als auch für Fachpersonen sehr viel Wertvolles zu bieten hat.
Rike Brand: Neustart PDA. Kinder mit hochsensiblem Nervensystem verstehen und selbstbewusst begleiten. Praxishandbuch für Eltern und Fachpersonen. Selbstverlag 2025.
492 Seiten
Spezifisch zu PDA
Handbuch

Dieses umfassende Handbuch zu PDA für Eltern ist auch bestens für Fachleute geeignet. Von den ersten möglichen Hinweisen auf PDA über die Diagnostik, das (Familien-)leben mit PDA, einem eventuellen Burnout bis hin zum Weg aus diesem hinaus beschreibt Rike Brand die Schwierigkeiten, zeigt aber vor allem mögliche Lösungen auf. Sie geht bei jedem Schritt gründlich auf alle wichtigen Aspekte ein und gibt wertvolle Tipps zum Navigieren der Reise. Dies immer untermauert mit evidenzbasiertem Wissen aus Literatur und Forschung, vor allem aber aus dem Erfahrungsschatz von 32 Familien mit Kindern mit PDA-Profil, die Rike Brand interviewt hat. „Neustart PDA“ ist ein Nachschlagewerk zum immer wieder Rat holen für alle, die mit PDA zu tun haben.
Raelene Dundon: PDA in the Therapy Room: A Clinician’s Guide to Working with Children with Pathological Demand Avoidance. Jessica Kingsley Publishers 2021.
176 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fachbuch & Ratgeber

Die Australierin Raelene Dundon hat bereits 2021 dieses Fachbuch und Ratgeber für Therapeut:innen, die Kinder mit PDA begleiten, geschrieben. Sie erklärt, was PDA ist, wie Therapeut:innen mit Kindern mit PDA umgehen können und sollten, wie sie das umsetzen können, worauf sie achten sollten, und dass traditionelle Methoden bei diesen Kindern eben nicht funktionieren. Das Buch ist sehr wertvoll für Therapeut:innen, unter anderem auch deshalb, weil es natürlich aufzeigt, dass nicht die Neurodivergenz an sich therapiert werden soll, sondern es sinnvoll ist, mit dem Kind daran zu arbeiten, dass es seine Gefühle wahrnehmen und benennen kann. Psychoedukation ist gerade für Kinder mit PDA sehr wichtig, um selbst Strategien zu entwickeln, wie es z.B. mit den starken Ausbrüchen umgehen kann.
Linda K. Murphy: Declarative Language Handbook: Using a Thoughtful Language Style to Help Kids with Social Learning Challenges Feel Competent, Connected, and Understood. Self Published 2020.
129 Seiten
Zu Schwierigkeiten bei
sozialer Kommunikation
Fachbuch & Ratgeber

Linda K. Murphy ist Sprachtherapeutin/Logopädin und arbeitet als Elterncoach und beziehungsfokussierte Therapeutin im Bereich Autismus. Dieses Buch ist ein Fach- und Ratgeberbuch für alle, die Kinder mit sozialen Lernschwierigkeiten begleiten. Darunter fällt auch Autismus, doch das Buch ist nicht auf Autismus und nicht einmal auf Neurodivergenz ausgelegt, sondern auf alle Kinder mit Herausforderungen in sozialer Kompetenz und sozialen Beziehungen. Und es ist auch hervorragend geeignet für die Begleitung von Kindern mit PDA. Das Buch ist einerseits eine umfassende Beschreibung, Herleitung und Erklärung des Konzepts der Deklarativen Sprache, und andererseits eine sehr genaue, eingängige Einführung und Anleitung zum Anwenden dieser Sprache im Umgang mit den Kindern, mit vielen Beispielen und Tipps.
Kurz gesagt: Wenn man deklarative Sprache anwendet, beschreibt man Situationen, die dazu führen können, dass das Kind aus eigenem Antrieb eine Handlung folgen lässt, anstatt das Kind direkt zur Handlung aufzufordern. Gerade bei Kindern mit PDA ist dies immens wertvoll, weil sie auf diese Weise die Kontrolle darüber behalten können, ob sie eine Handlung ausführen, und darüber hinaus sogar dazu ermuntert werden, selbst auf die mögliche Handlung zu kommen. Beispielsweise: „Schau, die Kinder stellen sich dort für XX an.“ – Das Kind sieht das nun und überlegt selbst, ob es auch anstehen möchte oder nicht, und wenn ja, entscheidet es selbstbestimmt, dass es das tut. So bleibt das fragile Nervensystem des Kindes konstant in sicherem Zustand, was nicht der Fall wäre, wenn man sagen würde „Stell dich bitte auch mit den anderen Kindern dort an.“ Wichtig ist jedoch: die deklarative Sprache darf nicht mit dem Hintergedanken eingesetzt werden, Kinder zu etwas zu bringen. Besonders bei Kindern mit PDA muss absolut akzeptiert werden, wenn sie sich nicht zur Handlung entscheiden. Wenn dies berücksichtigt wird, hat man mit diesem Buch ein wunderbares und nützliches Tool zur Hand, um Kinder mit PDA zu unterstützen und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.
Libby Hill: Born naughty? Decoding PDA. A decade of discovery in practice. Independently published 2025.
295 Seiten
Spezifisch zu PDA
Fachbuch

Libby Hill ist eine Sprachtherapeutin und wirkte von 2013-2014 in der Serie „Born Naughty?“ des englischen Senders Channel 4 mit. Dort begleitete sie zusammen mit anderen Expert:innen Familien mit „verhaltensauffälligen“ Kindern, merkte bald, dass diese Kinder massiv missverstanden wurden und kam schon damals zur Schlussfolgerung, dass bei fast all diesen Kindern eine oder mehrere Neurodivergenzen vorhanden war(en). So entdeckte sie auch PDA, und seitdem hat sie als Sprachtherapeutin sehr viele Kinder mit PDA begleitet. Die Beschreibungen dieser Kinder werden immer wieder ins Buch eingestreut, was es sehr kurzweilig und authentisch macht. Das Besondere an diesem Ratgeber ist, dass er aus der Sicht einer Therapeutin geschrieben ist, die neben Erkenntnissen aus der Forschung vor allem eigene Erfahrungen und eigenes Fachwissen einfließen lässt. Dadurch wartet es mit interessanten Erkenntnissen auf, die man in vielen anderen Ratgebern nicht findet, da diese sich oft auf die allgemein bekannten Informationen zu PDA stützen und diese wiedergeben. Ihr Fokus als Sprachtherapeutin liegt auf den kommunikativen Aspekten wie Mutismus, soziale Kommunikation etc. Und sie ergänzt, dass es für ein Verständnis von Kindern mit PDA ein multidisziplinäres Team braucht. Weitere Kapitel zu PDA bei Teenagern, zur Suche nach der richtigen Schule für Kinder mit PDA oder zur Zusammenarbeit zwischen Therapeut:innen und Eltern zeigen deutlich, wie viel fundiertes und praxiserprobtes Wissen Libby Hill hat. Im letzten Teil folgen sehr interessante Fallbeispiele. Ein sehr empfehlenswertes Buch vor allem für Therapeut:innen, die Kinder mit PDA-Verhalten begleiten.
Rike Brand: Schnellstart PDA. Antworten auf die häufigsten Fragen zum PDA-Profil. Für alle, die Kinder mit PDA begleiten. Selbstverlag 2026.
95 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Rike Brand hat aus ihrem Handbuch „Neustart PDA“ ein kurzes Buch destilliert, das einen schnellen Einstieg in die Materie erlaubt und Leute, die Kinder mit PDA begleiten, konkrete Antworten auf die häufigsten Fragen geben. So können sie innerhalb kurzer Zeit die wichtigsten Eckpunkte zu PDA und dem empfohlenen Umgang mit den Kindern mit PDA erfassen, und v.a. kann Familienmitgliedern, Freund*innen, Schulpersonen, aber auch Fachpersonen, die das Phänomen nicht verstehen oder nicht kennen, und die kein ganzes Handbuch lesen wollen, eine Hilfe in die Hand gedrückt werden, anhand derer sie das PDA-Profil hoffentlich verstehen lernen. Ein solches kurzes Büchlein mit allen wichtigen Antworten zu PDA hat bisher gefehlt – alle, die Kinder mit PDA begleiten, werden froh sein um dieses Buch, in dem man immer wieder schnell Antworten zu den wichtigsten Fragen nachschlagen kann, wenn die Zeit für Tiefe fehlt.
Sally Cat & Brook Madera: The Insider Guide to PDA. Jessica Kingsley Publishers 2026.
160 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber von
Autorinnen mit PDA

„The Insider Guide to PDA“ ist ein Ratgeber zu PDA der besonderen Art: er wurde geschrieben von zwei Erwachsenen, die selber neurodivergent sind und PDA haben. Sally Cat ist eine sehr bekannte britische Autorin, die sich für die Aufklärung zu PDA einsetzt, und Brook Madeira ist eine amerikanische Autorin, Bloggerin und Podcasterin, die sich ebenfalls stark für die „PDA-Sache“ einsetzt. Die beiden wissen ganz genau, worüber sie reden, und das macht dieses Buch so wertvoll und interessant. Man erfährt Sachen, die man selbst als langjährige Begleitung eines Kindes mit PDA noch nicht wusste, und die auch für andere Erwachsene mit PDA interessant sein können, weil sie in den „üblichen“ Ratgebern zu PDA meist nicht vorkommen. Da die beiden Autor:innen selbst so viel Wissen und eigene Erfahrung, sowie auch ein großes Netzwerk an Bekannten mit PDA haben, haben wir hier unglaublich viele Aspekte des Lebens mit PDA aus erster Hand. Das Buch ist gut strukturiert und sehr flüßig lesbar – und es ist auch als Hörbuch erhältlich. Schon bei der Auflistung dessen, was PDA-Merkmale sind, finden wir die Überschrift „Warum die herkömmliche (traditional) Liste von PDA Merkmalen nicht vollständig ist“. Hier werden Eltern von Kindern mit PDA sowie sicher auch Erwachsene PDAer:innen an vielen Stellen nicken und sich freuen, etwas, was auch bei ihnen zutrifft, nun endlich mal in einem Buch zu PDA zu lesen. Sehr zu empfehlen!
Ruth Fidler & Phil Christie: Can I Tell You about Pathological Demand Avoidance Syndrome? A Guide for Friends, Family and Professionals. Illustrated by Jonathon Powell. Jessica Kingsley Publishers 2015.
56 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die 11jährige Issy schreibt hier in der Ich-Perspektive über sich selbst und wie ihr PDA sich für sie anfühlt. Einer ihrer Freunde hat ebenfalls PDA, verhält sich in vielem aber anders als sie, worüber sie auch berichtet – so kommen mehrere Perspektiven vor und es wird deutlich, dass PDA nicht für alle das gleiche bedeutet. Issy schildert, welche Strategien sie entwickelt hat, um mit PDA umzugehen, erzählt aber auch, womit sie immer noch Mühe hat. Sie berichtet, was für sie eine gute Lehrperson ausmacht und auf welche Weise ihre Eltern am besten mit ihr umgehen sollten. Und am Schluss des Buches bekommen Eltern und Fachleute von den Autor*innen des Buches eine konzise Zusammenfassung dazu, wie man Menschen mit PDA helfen kann. Ein kurzes, eingängiges Buch, das bereits ältere Kinder oder Teenager lesen können, die sich mit Issy (oder ihrem Freund) identifizieren können, das aber auch für Eltern und Fachleute geeignet ist, um aus der Sicht einer Person mit PDA geschildert zu bekommen, wie PDA sich anfühlt.
Thomas Girsberger: Die vielen Farben des Autismus. Spektrum, Ursachen, Diagnose, Therapie und Beratung. 7., aktualisierte Aufl. Kohlhammer 2024.
189 Seiten
Zu Autismus
Kapitel zu PDA
Fachbuch

Der Psychiater Dr. Thomas Girsberger begleitet in seiner Praxis seit Jahrzehnten Autist:innen und publiziert mit viel Fach- und Erfahrungswissen zu Autismus. „Die vielen Farben des Autismus“ ist ein Klassiker der Autismus-Literatur und 2024 bereits in der 7., aktualisierten Auflage erschienen. Die Aktualisierungen bestehen v.a. im Einbezug einiger Modifikationen zur ICD-10 und in der Erweiterung um einige Fallbeispiele. Allerdings wurden nicht alle Kapitel gründlich überarbeitet, so dass Vorsicht geboten ist was die Aktualität der Forschung angeht. Die Literaturliste zeigt, dass die einzige Quelle, die jünger ist als 2012 (2013 erschien die erste Auflage), eine Publikation des Autors selbst ist. Das Buch ist dennoch sehr bekannt und soll hier erwähnt werden, weil es ein Kapitel zu PDA enthält, was in solchen Fachbüchern zu Autismus eher selten ist. Unter „Das Konzept der Entwicklungsstörungen“ (sowie auch in den Begriffserklärungen im Anhang, da sogar noch ausführlicher) findet sich das Kapitel „Pathological Demand Avoidance Syndrome (PDAS)“. Obwohl auch hier die jüngste Quelle von 2011 ist, beinhaltet diese Beschreibung die Eckpunkte, die für die Begleitung von Kindern mit PDA am wichtigsten sind: Das Vorkommen von PDA wird nicht infrage gestellt, als Hauptursache des Verhaltens wird Stress genannt, es wird beschrieben, dass PDA bei Kindern oft nicht gut erkannt wird und dass die Eltern deshalb zu Unrecht kritisiert werden, obwohl diese im Gegenteil gerade Unterstützung brauchen, dass Kinder mit PDA oft in der Schule angepasst und zuhause „sehr schwierig“ sind, dass es oft zu Schulverweigerung kommt, und fast am wichtigsten: dass mit Kindern mit PDA pädagogisch anders umgegangen werden muss als mit Kindern mit „nur“ Autismus.
Dieses Fachbuch zu Autismus ist somit eines der wenigen, in dem Theapeut:innen sehen können, dass PDA ein eigener Komplex ist, der auch spezifisch angegangen werden muss.
Laura Kerbey: The Parents’ and Professionals’ Simple Guide to PDA. Illustrated by Eliza Fricker. Jessica Kingsley Publishers 2025.
112 Seiten
Spezifisch zu PDA
Ratgeber

Die Autorin Laura Kerbey und die Illustratorin Eliza Fricker haben schon mehrere Bücher zu PDA zusammen veröffentlicht, und auch in diesem kompakten Ratgeber für Eltern und Fachpersonen, die Kinder mit PDA begleiten, zeigen Texte und Illustrationen deutlich, dass die beiden sehr viel von PDA verstehen. Die Texte geben kurz und knapp, aber exakt wieder, was PDA ist, erklären die Anxiety des Kindes, was für eine Unterstützung es braucht, welche Anpassungen man machen kann und sollte, und wie man zu sich selbst und seiner Familie schauen kann, auch in Krisensituationen. Für viele Eltern wird diese Einführung sehr nützlich sein, und auch Fachleute können dadurch besser verstehen, was ein Kind mit PDA fühlt und braucht. Für Lehrpersonen gibt es ein spezifisches Kapitel mit nützlichen Informationen und Tipps, und am Schluss findet sich ein Kapitel für Leute in Arztpraxen, Friseursalons oder Krankenhäusern, die mit Kindern mit PDA interagieren. Diese wenigen Seiten können Eltern auch an diese Leute abgeben, um ihnen zu verdeutlichen, wie mit einem Kind mit PDA umgegangen werden sollte. Eine sehr praktische, nützliche Einführung!
Naomi Fisher & Eliza Fricker: The Teenager’s Guide to Burnout: Finding the Road to Recovery. Robinson 2024.
176 Seiten
Ratgeber
Thema Burnout

Naomi Fisher, klinische Psychologin und Autorin, erklärt in diesem Buch sehr nachvollziehbar und eingängig, wie Burnout bei Jugendlichen entsteht und wie diese den Weg aus dem Burnout finden können. Das Buch richtet sich direkt an die Jugendlichen, kann jedoch auch Therapeut:innen, die mit Jugendlichen arbeiten, helfen, diese zu verstehen sowie diese im und aus dem Burnout hinaus adäquat zu begleiten. Die vielen altersgerechten Illustrationen von Eliza Fricker und die ansprechenden Textdarstellungen tragen dazu bei, dass das Buch gut lesbar und verständlich und somit auch für Leute mit keinen perfekten Englischkenntnissen geeignet ist. Bemerkenswert ist dabei, dass Fisher und Fricker die Begriffe Autismus, PDA oder gar Neurodivergenz gar nie erwähnen – trotzdem eignet sich das Buch natürlich vor allem für Jugendliche mit diesem neurologischen Ausprägungen.
Maria Zimmermann: Anders Nicht falsch. Illustriert von Maria Zimmermann. Kommode 2023.
220 Seiten
Zu Autismus

Dieses tolle Buch von Maria Zimmermann, selbst Autistin, besticht durch seine wundervolle grafische Aufmachung. Die Seiten sind durchwegs in schönem Rot, Blau, Gelb sowie Schwarz gehalten und enthalten Illustrationen der Autorin selbst, die als Künstlerin und Grafikerin arbeitet. Maria Zimmermann wurde erst als Erwachsene mit Autismus diagnostiziert und beschreibt ihren eindrücklichen Weg im Vorwort. Im Buch selbst erklärt sie in ihren Worten und mit ihren Bildern, was Autismus ist und beleuchtet dann anhand ihrer eigenen Geschichte verschiedene Aspekte wie „Sensorische Sensibilität“, „Soziales“ oder „Gefühle“. Viele neurodivergente Menschen werden sich in einem großen Teil der Beschreibungen wiedererkennen, aber es wird auch deutlich, dass Maria Zimmermanns Erleben nicht in allem dem Erleben aller autistischer Menschen entspricht. So werden auch Jugendliche mit PDA in diesem Buch vieles wiedererkennen und werden zugleich dazu inspiriert, darüber nachzudenken, wie das denn bei ihnen ist.
Ruth Fidler & Julia Daunt: Being Julia – A Personal Account of Living with Pathological Demand Avoidance. Jessica Kingsley Publishers 2021.
189 Seiten

Die Britin Julia Daunt wurde 1995 mit 12 Jahren von Elizabeth Newson, die den Verhaltenskomplex PDA als Erste beschrieben hat, diagnostiziert. Als Erwachsene schrieb sie dann, zusammen mit Ruth Fidler, einer ehemaligen Mitarbeiterin bei Newson und heute selbständiger Beraterin für Schulen bzgl. Schüler:innen mit besonderen Bedürfnissen, dieses Buch über ihr Leben und ihre Erfahrungen rund um PDA. Diese Zusammenarbeit wir in der Einleitung auch beschrieben und ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie auch für Menschen mit PDA etwas gelingen kann, was sie selbst zunächst für unerreichbar halten, wenn man nur flexibel genug ist und sich auf Arbeitsweisen „out of the box“ einlässt. Das Buch ist als Ratgeber aufgebaut, beginnend mit „What is PDA“ und mit weiteren Kapiteln zu „Sensory Differences“, „Language and Communication“ oder „Meltdowns“. Jedoch sind alle Kapitel sehr stark autobiografisch geprägt, d.h. Julia Daunt beschreibt, wie sie diese Herausforderungen erlebt und gemeistert hat und erzählt dabei im verlauf des ganzen Buches ihr Leben. Es ist daher viel eher eine Autobiografie, in der man sehr vieles über PDA lernen kann. Daunt hat durch ihre Mehrfachdiagnosen ein sehr stark ausgeprägtes PDA-Verhalten, und es ist sehr interessant, von einer Erwachsenen zu erfahren, wie sie damit aufgewachsen ist und jetzt lebt. Ein Kapitel wurde von ihrem Partner geschrieben, was eine weitere sehr interessante Perspektive hinzufügt.
Danielle Jata-Hall: Black Rainbow: A gripping family drama about PDA the journey to self-discovery and acceptance. Independent Publishing Network 2024.
408 Seiten

Danielle Jata-Hall erzählt in diesem Roman die fiktionalisierte Geschichte ihrer eigenen Familie und des langen Wegs, den sie mit ihrer 6jährigen Tochter mit PDA gegangen ist, um endlich die nötige Hilfe zu bekommen. Die Geschichte spielt in Großbritannien, doch die Ähnlichkeiten mit den Schwierigkeiten und Reaktionen, denen man auch im deutschsprachigen Raum in der Situation begegnet, sind frappant: das Unverständnis der Familie, die der Mutter die Schuld gibt, weil sie nicht konsequent genug sei, der Unwille der Schule, an der eigenen Herangehensweise etwas zu ändern und stattdessen das Kind loswerden zu wollen, die Probleme mit dem Partner, der die gemeinsamen Kinder ganz anders erziehen will, sowie die Erleichterung, der Light-Bulb-Moment, als die Mutter PDA entdeckt, und dann die bittere Erkenntnis, dass sie auch dann noch weiterkämpfen muss, weil ein Teil Gesellschaft dies nicht akzeptiert. Eltern von Kinder mit PDA werden sich mühelos in (zumindest großen Teilen) der Geschichte wiedererkennen.
Sehr schön ist die unerschütterliche Liebe der Mutter, die als einzige sieht, dass da mehr dahintersteckt als nur ein „unerzogenes“ Verhalten. Die zweifache Mutter Sarah erzählt aus der Ich-Perspektive und merkt irgendwann auch, dass sie sich selbst ihr Leben lang angepasst hat, um den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Sie entdeckt schließlich ihre eigene Neurodivergenz – auch dies ein Aspekt, der mit vielen Eltern von Kindern mit PDA stark resonieren wird. Der Roman lässt die Leser:innen somit an der persönlichen Entwicklung von Sarah als neurodivergenter Mutter, die großes Identifikationspotential birgt, teilhaben, wartet auch mit einer schönen Liebesgeschichte auf und zeigt die Bedeutung von echter Freundschaft mit Freundinnen, die echtes Verständnis zeigen.
Sally Cat (compiled): PDA by PDAers: From Anxiety to Avoidance and Masking to Meltdowns. Jessica Kingsley Publishers 2018.
360 Seiten

„PDA by PDAers“ war das erste Buch, in dem Erwachsene mit PDA über ihr Leben berichteten. Und zwar auf eine ganz besondere Art, die sehr viel Authentizität erzeugt: Sally Cat, eine der ersten Aufklärerinnen über PDA aus Großbritannien, hat selber PDA und ist nach dieser Erkenntnis die Facebook-Gruppe „PDA Support Network“ eingetreten, wo sie sich mit vielen anderen Erwachsenen mit PDA ausgetauscht hat. Daraus ist dann dieses Buch entstanden, in dem diese Konversationen zusammengestellt und abgedruckt sind. Dabei hat Sally Cat diese thematisch geordnet und zu den einzelnen Themenbereichen auch noch Einführungen geschrieben. So ist ein einzigartiger Einblick aus verschiedenen, sehr authentischen Perspektiven zu Themen wie Anxiety, Masking, Impulsivität, Meltdowns, Schule oder Berufsleben entstanden. Die Lektüre ist sehr berreichernd, weil man hier einen direkten Einblick in die ungefilterten Aussagen von Erwachsenen mit PDA zu ihrem Leben, ihren Herausforderungen und auch den positiven Seiten ihrer Neurodivergenz erhält.
Rachel Marks: Saturdays at Noon: An uplifting, emotional and unpredictable page-turner to make you smile. Penguin 2020.
432 Seiten

Dieser Roman wird aus der Sicht von drei Personen erzählt: abwechslungsweise aus der Sicht des 6jährigen Alfie, seines Vaters Jake, sowie Emily, einer jungen Frau, die Jake und Alfie zu Beginn des Romans bei einem Treffen für „Anger Management“ kennenlernt. Im Verlaufe des Romans wird den Leser:innen deutlich, dass Alfie neurodivergent ist und PDA-Verhalten zeigt, und auch Jake und Emily scheinen nicht neurotypisch zu sein. Im Gegensatz zu Jake, der nicht weiß, wie er mit dem Verhalten seines Sohnes umgehen soll, findet Emily sofort einen Zugang zu Alfie. Der weitere Verlauf soll hier nicht verraten werden.
Was die Lektüre so besonders macht ist, dass sowohl Begleitende von PDA-Kindern als auch Erwachsene mit PDA hier so viele Situationen wiedererkennen; die Fragen, Irritationen und Ängste, die man als Eltern hat, sowie die Verwirrung und das Gefühl des Anders-Seins, dass man als neurodivergenter Erwachsener hat. Das alles bekommt man verpackt in einen gut geschriebenen Roman, in dem man die Figuren liebgewinnt und ihnen alles Glück der Welt wünscht. Eine sehr schöne Lektüre, wenn man statt eines Ratgebers mal wieder einen Roman lesen will, und zwar einen, bei dem man sich mit den Figuren identifizieren kann, da man darin vieles aus seinem eigenen Leben wiederfindet.
Sally Cat & Brook Madera: The Insider Guide to PDA. Jessica Kingsley Publishers 2026.
160 Seiten

„The Insider Guide to PDA“ ist ein Ratgeber zu PDA der besonderen Art: er wurde geschrieben von zwei Erwachsenen, die selber neurodivergent sind und PDA haben. Sally Cat ist eine sehr bekannte britische Autorin, die sich für die Aufklärung zu PDA einsetzt, und Brook Madeira ist eine amerikanische Autorin, Bloggerin und Podcasterin, die sich ebenfalls stark für die „PDA-Sache“ einsetzt. Die beiden wissen ganz genau, worüber sie reden, und das macht dieses Buch so wertvoll und interessant. Man erfährt Sachen, die man selbst als langjährige Begleitung eines Kindes mit PDA noch nicht wusste, und die auch für andere Erwachsene mit PDA interessant sein können, weil sie in den „üblichen“ Ratgebern zu PDA meist nicht vorkommen. Da die beiden Autor:innen selbst so viel Wissen und eigene Erfahrung, sowie auch ein großes Netzwerk an Bekannten mit PDA haben, haben wir hier unglaublich viele Aspekte des Lebens mit PDA aus erster Hand. Das Buch ist gut strukturiert und sehr flüßig lesbar – und es ist auch als Hörbuch erhältlich. Schon bei der Auflistung dessen, was PDA-Merkmale sind, finden wir die Überschrift „Warum die herkömmliche (traditional) Liste von PDA Merkmalen nicht vollständig ist“. Hier werden Eltern von Kindern mit PDA sowie sicher auch Erwachsene PDAer:innen an vielen Stellen nicken und sich freuen, etwas, was auch bei ihnen zutrifft, nun endlich mal in einem Buch zu PDA zu lesen. Sehr zu empfehlen!
Harry Thompson: The PDA Paradox: The Highs and Lows of My Life on a Little-known Part of the Autism Spectrum. Jessica Kingsley Publishers 2019.
184 Seiten

Dieses Buch wurde 2019 geschrieben, als PDA im deutschsprachigen Gebiet noch nahezu unbekannt war und sogar in Großbritannien „little known“ war. Harry Thompson war einer der ersten Leute mit PDA, der aus der Erwachsenen-Perspektive drüber schrieb. In „PDA Paradox“ erzählt er über sein Leben mit PDA. Er greift dabei auch auf, was laut „offizieller“ Seite PDA sein soll, fügt dann aber an, dass auf persönlicher Ebene einiges mehr dazugehört und einiges auch nicht zutrifft – ein Aufruf zur Individualisierung bei der Betrachtung von Menschen mit PDA, die ohne Kategorien-Denken auskommen sollte. Harry Thompson ist ein radikal ehrlicher und manchmal auch konfrontierender Mensch, der sich dessen jedoch auch bewusst ist und darüber reflektiert. Dies macht aus dem Buch einen erfrischend ehrlichen Lebensbericht, in dem man viel über PDA erfährt.
[Diese Beschreibung bezieht sich ausschließlich auf das Buch selbst und lässt die Rechtsstreitereien, die später im Zusammenhang mit dem Autor entstanden, und die man selber nachlesen möge wenn man denn will, bewusst außer Acht.]
Lyndsay Critchlow: PDA My Way. Indepentently Published 2025.
117 Seiten

Dies ist ein sehr spezielles Buch zu PDA, geschrieben von der neurodivergenten Britin Lyndsay Critchlow, die PDA hat und eine Website betreibt, um britischen „PDA-Familien“ im Schulsystem zu ihrem Recht zu verhelfen. Wer ein gut lektoriertes und fehlerfreies Buch erwartet, wird hier enttäuscht; wer einen radikal authentischen Ratgeber über PDA mit persönlichen Erfahrungen der Autorin erwartet, ist hier richtig. „PDA my way“ bedeutet für Critchlow, die auch eine Lese- und Rechtschreibschwäche hat, ganz offenbar auch, dass sie ihr Buch vollkommen selbst in der Hand haben wollte und bewusst keine Korrekturen und kein Lektorat zuließ – eine sehr selbstbewusste Entscheidung [und obwohl ich Literaturwissenschaftlerin bin und die Fehler mich zuerst in hohem Maße irritierten, denke ich inzwischen, dass mir das sogar lieber ist als ein Buch, das in perfekter Sprache von KI geschrieben wurde, dafür aber in keiner Weise mehr die persönliche Stimme der Autorin oder des Autors wiedergibt]. Trotz einigen Rechtschreibfehlern ist das Buch gut lesbar und tatsächlich radikal authentisch. Die Autorin erklärt PDA aus ihrer Perspektive, beschreibt, was für Leute mit PDA wichtig ist und wie man ihnen helfen kann..
